| Südafrika | Artikelansicht | ||||
| Klicken Sie im Menü Datei auf Drucken, um die Informationen zu drucken. | |||||
| 6. | Wirtschaft |
Bis zum 1. Weltkrieg (1914-1918) stützte sich die südafrikanische Wirtschaft hauptsächlich auf den Bergbau (Diamanten und Gold) und die Landwirtschaft. Seit dem Ende des 2. Weltkrieges 1945 hat sich die Industrie des Landes stark entwickelt.
Südafrikas Wirtschaft litt lange Zeit unter Sanktionen, die sich gegen das Apartheidregime richteten. Nach dem Ende der Apartheid wurde 1991 der internationale Handels- und Investitionsboykott aufgehoben. Seit diesem Zeitpunkt verzeichnet das Land ein Wirtschaftswachstum, wenn auch mit Schwankungen. In Punkto Industrialisierung nimmt Südafrika heute die Führungsposition auf dem afrikanischen Kontinent ein.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 255 155 Millionen US-Dollar (2006). Davon erwirtschaftet der Dienstleistungssektor 66,4 Prozent, die Industrie 30,9 Prozent und die Landwirtschaft 2,7 Prozent. Das BIP pro Kopf errechnet sich zu 5 384,10 US-Dollar. 65 Prozent der Erwerbstätigen sind im Dienstleistungssektor beschäftigt (2003), 25 Prozent in der Industrie und 10 Prozent in der Landwirtschaft. Die Auslandsverschuldung – eine Folgeerscheinung der Wirtschaftssanktionen gegen das Apartheidregime – belief sich 1996 auf knapp 23,6 Milliarden US-Dollar.
| 1. | Landwirtschaft |
Aufgrund begrenzter Niederschlagsmengen und unfruchtbarer Böden dienen 85 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche der Viehwirtschaft, insbesondere der Zucht von Schafen, Ziegen, Rindern, Schweinen und Geflügel. Dennoch kann Südafrika sich weitgehend selbst mit Nahrungsmitteln versorgen. Die Weißen führen im Allgemeinen große, moderne landwirtschaftliche Betriebe, während Angehörige anderer ethnischer Gruppen zumeist nur kleine Farmen besitzen. Wichtigste Anbauprodukte sind Zuckerrohr, Mais, Weizen, Mohrenhirse, Weintrauben, Kartoffeln, Zitrusfrüchte, Äpfel, Kaffee und Tabak.
| 2. | Forstwirtschaft und Fischerei |
Die Forstwirtschaft Südafrikas stützt sich weitestgehend auf Kiefern-, Eukalyptus- und Akazienwälder. Die Rinde der Akazienbäume, die zum Gerben verwendet wird, ist ein wichtiges Exportgut.
Die Küstenfischerei ist sowohl für den Binnenmarkt als auch für den Außenhandel von Bedeutung. Ein Großteil des Fanges wird zu Fischmehl verarbeitet. Gefangen werden u. a. Seehechte, Sardellen, Sardinen, Heringe und Makrelen.
| 3. | Bergbau |
Südafrika ist sehr reich an Bodenschätzen. Die bedeutendsten davon sind Gold, Diamanten, Uran und Steinkohle. Bei der Förderung von Gold und Diamanten gehört Südafrika weltweit zu den führenden Ländern – beim Gold ist das Land an der Spitzenposition. Das gelbe Edelmetall wird hauptsächlich am Witwatersrand (besonders im Ballungsraum Johannesburg) abgebaut, wo sich in Tiefen zwischen 1 000 und 3 000 Metern das größte Goldlager der Welt erstreckt – es wurde 1886 entdeckt. Ebenfalls am Witwatersrand befindet sich eine weltweit bedeutende Uranerzlagerstätte. Im Nordosten zwischen Lesotho und Swasiland gibt es weitläufige und leicht ausbeutbare Kohlevorkommen. Ein weiteres Beispiel für den Reichtum an Bodenschätzen sind Diamanten. Die meisten Diamanten stammen aus den Diamantminen bei Kimberley, die im Jahr 1867 entdeckt wurden. Weitere in Südafrika vorkommende Rohstoffe sind Kupfer, Nickel, Asbest, Platin, Chromit, Fluorit, Phosphate, Vanadium, Zinn, Titan, Mangan und Eisenerze.
| 4. | Industrie |
Die Grundlage für Südafrikas exportorientierte Industrie liefert der Reichtum an Bodenschätzen. Eine besondere Rolle nimmt die verarbeitende Industrie ein. Wichtiger Industriestandort ist das Gebiet um die Bergbauregionen am Witwatersrand sowie einige Zentren entlang der Küsten (z. B. Kapstadt, Mossel Bay, Port Elizabeth, East London, Durban und Richards Bay). Zu den wichtigen Industriezweigen gehören u. a. Hüttenindustrie, Metall verarbeitende und chemische Industrie, Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie Textil- und Bekleidungsindustrie.
| 5. | Währung |
Der Rand (Kürzel: R) mit 100 Cents ist die Währungseinheit Südafrikas, die von der South African Reserve Bank (gegründet 1920) ausgegeben wird. Die Börse von Johannesburg zählt zu den wichtigsten der Welt.
| 6. | Außenhandel |
Seit dem Beginn der neunziger Jahre übertreffen die Exporteinnahmen Südafrikas die Kosten für Importe bei weitem. Allein 1997 wurden Güter im Wert von 35 Milliarden US-Dollar exportiert und Waren für 28 Milliarden US-Dollar importiert. Bedeutende Exportgüter sind neben Rohstoffen Agrarprodukte, chemische Erzeugnisse, Maschinen und Fahrzeuge. Über 30 Prozent der ausgeführten Rohstoffe sind Diamanten und Edelmetalle. Südafrika importiert z. B. Maschinen- und Fahrzeugteile, chemische Zwischenprodukte und bestimmte Agrarprodukte. Zu den Haupthandelsnationen des Landes zählen u. a. die USA, Großbritannien, Deutschland, Japan sowie Italien und Frankreich.
| 7. | Gewerkschaften |
Die wichtigsten Arbeiterorganisationen in Südafrika sind der Congress of South African Trade Unions, der National Council of Trade Unions, die South African Confederation of Labour und die Federation of South African Trade Unions. Ende der siebziger Jahre wurden den Schwarzen Möglichkeiten zur Bildung von Gewerkschaften eingeräumt, und einige Gewerkschaften der Weißen nahmen auch Nichtweiße als Mitglieder auf. Viele Schwarze arbeiten als Zeitarbeiter in Fabriken und Bergwerken; einige von ihnen kommen aus den Nachbarländern.
| 8. | Verkehrswesen |
Das Eisenbahnnetz, das alle wichtigen Zentren miteinander verbindet, ist fast ausschließlich in staatlicher Hand. 2006 wurden rund 20 200 Kilometer Eisenbahnstrecken unterhalten. Ferner verfügt Südafrika über ein Straßennetz von etwa 276 000 Kilometern. Die South African Airways als größte Fluggesellschaft, mehrere kleinere regionale sowie zahlreiche ausländische Fluggesellschaften bieten ihre Dienste an. Der größte Flughafen liegt in Johannesburg – weitere sind Kapstadt und Durban. Die wichtigsten Seehäfen sind Kapstadt, Mossel Bay, Port Elizabeth, East London, Durban, Saldanha und Richards Bay.
| 9. | Energie |
Der in Südafrika erzeugte Strom stammt fast ausschließlich aus Wärmekraftwerken (2003: 93,68 Prozent). Dabei handelt es sich um Kohlekraftwerke.