Ägypten
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Ägypten
3. Bevölkerung

Die Einwohnerzahl Ägyptens beträgt etwa 81,7 Millionen (2008). Fast 99 Prozent der Bevölkerung leben im Gebiet des Niltales, das weniger als 4 Prozent der gesamten Staatsfläche umfasst. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte liegt bei 82 Einwohnern pro Quadratkilometer. Die Siedlungsdichte im Niltal nimmt von Norden nach Süden ab. Das Nildelta gehört zu den am dichtesten besiedelten Gebieten der Welt. Die Bevölkerung Ägyptens wächst rasch an; das jährliche Bevölkerungswachstum liegt bei 1,68 Prozent. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt bei Männern 69,3 Jahre, bei Frauen 74,5 Jahre (2008).

Die meisten Ägypter stammen von der hamitosemitischen Völkergruppe ab, die schon das alte Ägypten besiedelte und sich mit den Arabern, die das Gebiet im 7. Jahrhundert n. Chr. erobert hatten, vermischte. Daneben finden sich insbesondere in Unterägypten Elemente anderer Eroberervölker wie der Griechen, der Römer und der Türken. Aufgrund dieser ethnischen Vielfalt weisen die Bewohner des Niltales andere Merkmale auf als die anderen Mittelmeervölker der Region. Das Volk der Nubier bildet eine bedeutende Minderheit in den südlichen Landesteilen. Einige nomadische und halbnomadische Hirtenvölker, insbesondere die Beduinen, leben weiterhin in den Wüstengebieten, wo sie ihre alten Traditionen und Sozialstrukturen weitgehend erhalten haben.

1. Wichtige Städte

Etwa 42 Prozent der ägyptischen Bevölkerung leben in Städten (2005). Hauptstadt des Landes ist Kairo mit einer Einwohnerzahl von circa 7,50 Millionen Einwohnern (2003) und rund 10,83 Millionen in der Agglomeration. Weitere bedeutende Städte sind: Alexandria (3,75 Millionen), die wichtigste Hafenstadt, Gise (2,57 Millionen), ein Industriezentrum in der Nähe von Kairo, Port Said an der Mittelmeereinfahrt in den Suezkanal (469 000) und Suez (418 000), die Stadt am Südende des Kanals.

2. Sprache

Die Amtssprache ist Arabisch. Es gibt viele Dialekte, von denen der Cairene-Dialekt am weitesten verbreitet ist. In einigen Oasenstädten im Westen werden auch Berbersprachen gesprochen. Als Handelssprachen sind Englisch und Französisch verbreitet.

3. Religion

Der Islam ist Staatsreligion; die Verfassung garantiert jedoch die freie Religionsausübung. Etwa 90 Prozent der Ägypter sind sunnitische Muslime. Nach den offiziellen ägyptischen Schätzungen stellen die christlichen Kopten mit weniger als drei Millionen Gläubigen die größte religiöse Minderheit; die koptische Kirche selbst gibt die Zahl ihrer Mitglieder mit sieben Millionen an. Weniger als 1 Prozent der Bevölkerung gehört der griechisch-orthodoxen, der katholischen oder der armenischen Kirche bzw. verschiedenen protestantischen Kirchen an. Daneben gibt es eine kleine jüdische Gemeinde.

3.1. Feiertage

In Ägypten wird der gregorianische Kalender im gesamten Geschäfts- und im staatlichen Bereich verwendet, während der Mondkalender zur Berechnung der muslimischen Feiertage herangezogen wird. ’Aid el-Fitr, der zweitwichtigste islamische Feiertag, ist ein dreitägiges Festessen am Ende des Ramadan. ’Aid el-Adha ist der wichtigste islamische Feiertag. Er wird von den Menschen begangen, die nicht nach Mekka pilgern. Dieser Tag erinnert an Abrahams Bereitschaft, seinen Sohn auf das Geheiß Gottes hin zu opfern. Sham el-Nasseem findet am Montag nach dem koptischen Osterfest statt und ist ein Frühlingsfest, das bereits seit Tausenden von Jahren gefeiert wird. Der Tag der Arbeit ist der 1. Mai. Am Revolutionstag (23. Juli) wird die Revolution von 1952 gefeiert, bei der Ägypten von einer Monarchie in eine unabhängige Republik umgewandelt wurde. Der Tag der Streitkräfte (6. Oktober) erinnert an den Überraschungsangriff Ägyptens 1973 auf Israel, um die Sinai-Halbinsel zurückzuerobern. Weitere Feiertage sind das Koptische Neujahr und Mohammeds Geburtstag (Maulid el-Nabey).

4. Soziales

Trotz großer Fortschritte im Gesundheitswesen ist die medizinische Versorgung insbesondere in ländlichen Gebieten unzureichend. Seit den sechziger Jahren wurden vom Gesundheitsministerium Anstrengungen unternommen, um in abgelegenen Gebieten so genannte Gesundheitseinheiten für jeweils 15 000 bis 20 000 Menschen zu schaffen. Ziel dieser Zentren ist die Koordination der medizinischen, schulischen, sozialen und landwirtschaftlichen Betreuung durch Dorfräte. Es wurden große Erfolge bei der Bekämpfung von Cholera, Pocken und Malaria erzielt. Krankheiten wie die Bilharziose sind dagegen immer noch weit verbreitet. 1959 wurde ein Sozialversicherungssystem eingeführt, das seitdem permanent ausgebaut wurde.

Ein großes Problem stellt das Bevölkerungswachstum dar, inklusive der Remigration: Vor allem während der vergangenen Jahre kehrten viele im Ausland – vornehmlich im Irak und in Kuwait – arbeitende Ägypter in ihre Heimat zurück. Um die zunehmende Ausbreitung des Großraumes Kairo zu verlangsamen, wurden während der letzten Jahrzehnte mehrere so genannte Entlastungsstädte im Umland der Hauptstadt angelegt.