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| 4. | Strömungen |
Die Meeresströmungen entsprechen mit Ausnahme der küstennahen Strömungen den vorherrschenden Windsystemen; in weiten Teilen des Indischen Ozeans herrscht ein auffallender jahreszeitlicher Wechsel von Wind- und Strömungsrichtung vor. Zur Zeit des aus Nordosten wehenden Wintermonsuns ist das äquatoriale Stromsystem ähnlich strukturiert wie das der anderen Weltmeere; es setzt sich aus Nordäquatorialstrom, Äquatorialem Gegenstrom und Südäquatorialstrom zusammen. Ein Unterschied besteht jedoch darin, dass der Äquatoriale Gegenstrom aufgrund des Übergreifens des Nordostmonsuns auf die Südhalbkugel südlich des Äquators verläuft. Im Sommer ändert sich die Hauptwindrichtung; der Südwestmonsun dominiert das Klima und ist auch für den Verlauf der Meeresströmungen von Bedeutung. Er veranlasst z. B. den vor der ostafrikanischen Küste fließenden Somalistrom zur Änderung der Richtung nach Norden.
Nach einem Seebeben der Stärke 9,0 auf der Richterskala, das sich am 26. Dezember 2004 nordwestlich von Sumatra ereignete, wurde das gesamte Strömungssystem des Indischen Ozeans von einem Tsunami überlagert. Die gewaltige Welle breitete sich über tausende von Kilometern aus und erreichte die Küste mehrerer Staaten in Süd- und Südostasien sowie in Ostafrika. Bei dieser verheerenden Naturkatastrophe starben insgesamt mehr als 270 000 Menschen, mehrere Millionen wurden obdachlos. Am stärksten betroffen waren Indonesien (vor allem die Insel Sumatra), Sri Lanka, Indien und Thailand. Dort wurden Küstengebiete großräumig verwüstet; der Wiederaufbau der Infrastruktur wird Jahre dauern.
Wenige Wochen nach dieser Katastrophe verabschiedete die internationale Staatengemeinschaft einen Aktionsplan zum besseren Schutz vor Naturkatastrophen. Dieser Plan umfasst auch den Aufbau eines Tsunami-Frühwarnsystems im Indischen Ozean, denn anders als der Pazifische Ozean verfügte der Indische Ozean noch nicht über ein solches Warnsystem. Die Installation der ersten Messgeräte für das Tsunami Early Warning System (TEWS) erfolgte im Herbst 2005; das Netzwerk von Messstationen soll bis 2008 fertig gestellt sein.