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Die Choson-(Yi-)Dynastie (1392-1910) |
Im Lauf des 14. Jahrhunderts hatte der vom chinesischen Philosophen Zhú Xi formulierte Neokonfuzianismus großen Einfluss in Korea. Dieses hoch entwickelte Wertesystem mobilisierte die mittleren Ränge der Beamtenschaft von Koryo, und ihre Bemühungen um soziale und politische Reformen führten zur Gründung der Choson-Dynastie durch Yi Songgye.
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Die frühe Periode |
Die ersten Könige der Choson-Dynastie und die durch den Konfuzianismus geprägte Führungselite errichteten eine soziale und politische Struktur, die bis 1910 allen Bedrohungen widerstand. Dies ist eine der längsten Herrschaftsperioden einer einzigen Dynastie. Trotz der starken Beeinflussung durch die chinesische Kultur gelang es Choson, seine eigene Identität zu bewahren. Dies zeigt sich etwa in dem eigenen, einzigartigen Alphabet, das 1446 von König Sejong entwickelt wurde. Während der ersten 200 Jahre herrschte in Choson Frieden. Im 16. Jahrhundert begann allerdings das Auseinanderbrechen der Führungselite. Als Choson durch diese Probleme in Anspruch genommen war, begannen die Japaner 1592 eine Invasion des Landes. Sie wollten Korea als Durchgangsweg für die Eroberung Chinas nutzen. 1598 gelang es Choson mit Hilfe der chinesischen Ming-Dynastie und mit Hilfe des mächtigen Marinehelden Yi Sunsin, die Japaner zurückzuschlagen. Korea hatte sich noch nicht wieder erholt, als die Mandschu in Choson einfielen (1627, 1636) und das Reich aus der Oberherrschaft der Ming herauslösten. Die Eroberung Chinas durch die Mandschu 1644 stellte Choson vor neue Probleme. Andererseits legten die Koreaner, die vorübergehend vom chinesischen Einfluss abgetrennt waren, nun mehr Wert auf die Entwicklung ihrer eigenen Kultur.
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Der Niedergang der Dynastie |
Im 17. und 18. Jahrhundert wurde Choson zumeist von kompetenten Herrschern regiert, dennoch kam es von Zeit zu Zeit zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Gesellschaftspolitisch stellte sich das Problem, dass die Führungselite personell aufgebläht wurde. Die Wirtschaft sah sich der rasend schnellen Entwicklung von Geldwirtschaft und Marktsystem gegenüber. Diese Veränderungen überlasteten das politische und soziale System von Choson, das im 19. Jahrhundert auseinanderzubrechen begann. Das 1784 von China aus eingeführte Christentum, das nach 1836 von französischen katholischen Missionaren aus dem Untergrund verbreitet wurde, setzte die einheimischen Institutionen und Werte weiter unter Druck. 1864 versuchte eine neue politische Bewegung, diesen Herausforderungen zu begegnen: Taewongun, der Vater des noch minderjährigen Königs Kojong, übernahm die Macht, verbot das Christentum und schlug die militärischen Angriffe Frankreichs (1866) und der Vereinigten Staaten (1871) zurück. Gleichzeitig versuchte er, die Korruption zu beseitigen und das Ansehen des Staates zu verbessern. Die politischen Reaktionen, die durch seine Reformen hervorgerufen wurden, führten jedoch zum Sturz von Taewongun. 1876 zwangen die Japaner Korea, diplomatische Beziehungen zu Japan aufzunehmen, und beeinträchtigten so die traditionellen Bindungen Koreas gegenüber China. Dieses bemühte sich nun, den japanischen Einfluss zu neutralisieren, indem es die Beziehungen Koreas zu westlichen Ländern förderte. Den Anfang machte das koreanisch-amerikanische Abkommen von 1882. In den folgenden Jahren wurden in Korea verstärkt Bemühungen unternommen, das Land zu modernisieren, die jedoch durch den fortwährenden Einfluss der ausländischen Mächte zunichtegemacht wurden. Japans Siege über China (1895) und Russland (1905) führten 1910 zur formellen Annexion Chosons durch Japan.
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