Metallarbeiten
Klicken Sie im Menü Datei auf Drucken, um die Informationen zu drucken.
Metallarbeiten
2. Ursprünge der Metallarbeiten

Bereits um die Zeitenwende besaß die Verarbeitung von Eisen, Kupfer, Zinn, Blei, Gold und Silber eine lange Tradition, die etwa 10 000 Jahre früher mit der Verarbeitung von Kupfer begonnen hatte. Die Unterscheidung nach Edelmetallen (Gold, Silber und seit dem 18. Jahrhundert auch Platin) und nichtedlen Metallen (Eisen, Kupfer, Zinn und Blei) stammt aus den alten Kulturen des Nahen Ostens und des vorgeschichtlichen Europa. Gold und Silber waren den Verehrern der Sonne und des Mondes heilig und blieben deshalb zunächst Ritualgegenständen, Schmuck und der feierlichen Ausstattung als Heiliger verehrter Personen vorbehalten, wie den Pharaonen des alten Ägypten, den Priesterkönigen des Sumerisch-Babylonischen Reiches, den peruanischen Inka oder den europäischen Stammeshäuptlingen. Später kennzeichneten sie die herausragende Stellung von Eliten, wie Adel oder bedeutende Krieger. Gold und Silber wurde für Kriegswaffen und persönlichen Schmuck sowie für Gebrauchgegenstände wie Ess- und Trinkgeschirr und Einrichtungsgegenstände wie Spiegel, Lampenständer, Stühle und Betten verwendet. Mit der Ausweitung des Tauschhandels erhielten die Metalle Gold und Silber einen zusätzlichen Gebrauchswert in Form von Münzen, die als gestempelte Scheiben aus Elektrum, einer Legierung von Gold und Silber, erstmals von den Lydiern in Kleinasien Anfang des 7. Jahrhunderts v. Chr. geprägt wurden. Das Münzsystem verbreitete sich schnell von Kleinasien aus bis nach Griechenland, wo die Prägetechnik kontinuierlich verbessert wurde. Die nichtedlen Metalle Eisen und Bronze dagegen wurden wegen ihrer Stabilität insbesondere zu Waffen und Werkzeugen verarbeitet. Kupfer, Zinn und Blei, die sehr haltbar waren und sich gut formen ließen, wurden besonders zur Herstellung von Küchengeschirr oder zur Verstärkung von Gegenständen aus anderen Materialien, wie z. B. Holz, verwendet. Das Prinzip der Legierung als der Kombination von verschiedenen Metallen in unterschiedlichen Mengenverhältnissen war bereits vor der Antike bekannt. Aus zwei Dritteln Kupfer und einem Drittel Zinn wurde Bronze legiert, aus Blei mit Zinnzusatz Hartzinn gewonnen. Diese Eigenschaft der Metalle wurde in den vergangenen 2 000 Jahren im Zuge des naturwissenschaftlichen und technischen Wissenszuwachses immer weiter differenziert. Zwar werden die Bezeichnungen Eisen, Kupfer, Blei, Silber und Gold noch immer benutzt, doch sind inzwischen fast alle metallischen Materialien komplizierte und sorgfältig aufeinander abgestimmte Legierungen. Lediglich im Kunsthandwerk finden Metalle bis heute in der Regel rein oder in einfachen Legierungen Verwendung.