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| 1. | Einleitung |
Florida, Bundesstaat im Südosten der USA. Florida grenzt im Norden an die Bundesstaaten Alabama und Georgia, im Osten an den Atlantischen Ozean und im Westen an den Golf von Mexiko. Die Floridastraße trennt Florida von Kuba.
Florida trat 1845 den Vereinigten Staaten als 27. Staat bei. Der spanische Seefahrer Juan Ponce de León, der 1513 die Küste entdeckte, nannte das Gebiet Florida (von spanisch „blühend”). Florida ist wegen seines milden Klimas auch als Sunshine State bekannt. Die wichtigsten Städte sind die Hauptstadt Tallahassee, Jacksonville, Miami, Tampa, Orlando und Saint Petersburg.
| 2. | Land |
Der Bundesstaat hat eine Fläche von 170 305 Quadratkilometern. Die Halbinsel Florida erstreckt sich über eine Länge von 645 Kilometern zwischen dem Atlantischen Ozean und dem Golf von Mexiko. Der höchste Punkt liegt 105 Meter über dem Meeresspiegel. Die Küstenlänge beträgt 2 173 Kilometer, die größte Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung etwa 725 Kilometer und in Ost-West-Richtung ungefähr 580 Kilometer.
| 1. | Physische Geographie |
Florida ist Teil des atlantischen Küstentieflands, das den Großteil der Ostküste der USA einnimmt. Den Untergrund bilden Sedimentschichten. Der großflächig anstehende Kalkstein wurde durch Versickerung von Regenwasser zum Teil aufgelöst. Typische Erscheinungen dieser Verkarstung sind Senken, in denen die für Florida charakteristischen Seen entstanden.
In der Mitte der Halbinsel erstreckt sich eine Hügelkette in südlicher Richtung fast bis zum Okeechobeesee. Weitläufige Marschen und Sümpfe kennzeichnen die Tiefebenen. Der Big Cypress Swamp und die Everglades bedecken den Großteil des südlichen Landesteiles. Inseln, Korallenriffe und Sandbänke säumen fast die gesamte Atlantikküste. Im Süden erstrecken sich die Florida Keys (einschließlich Key Largo und Key West), die Marquesas Keys und die Dry Tortugas.
In Florida gibt es nur vier größere Flüsse, die alle im nördlichen Landesteil verlaufen: der Apalachicola, der Suwannee, der St. Johns und der Escambia. Der Indian River, der über ungefähr 210 Kilometer entlang der Ostküste fließt, bildet eine lang gezogene Lagune, die sich hinter einer Aufreihung vorgelagerter Inseln gebildet hat. Der Okeechobeesee im Süden der Halbinsel ist der drittgrößte Süßwassersee, der vollständig auf dem Gebiet der USA liegt.
| 2. | Klima |
In fast ganz Florida herrscht ein subtropisches Klima. Die Südspitze der Halbinsel und besonders die kleinen Inseln südlich davon haben jedoch ein tropisches, wechselfeuchtes Klima. Die jährliche Durchschnittstemperatur beträgt im Nordwesten in Tallahassee 20 °C und in Fort Lauderdale im Südosten 25 °C. Die Extremwerte wurden mit -18,9 °C in Tallahassee (1899) und mit 42,8 °C in Monticello (1931) gemessen. Vor allem der Süden Floridas wird im Sommer und Herbst gelegentlich von Hurrikanen betroffen. 1992 wurden durch den Hurrikan Andrew 41 Menschen getötet und 160 000 obdachlos. Der Sachschaden belief sich auf 20 Milliarden US-Dollar. Einen Milliardenschaden richteten die Flächenbrände an, die im Juli 1998 besonders im Osten des US-Bundesstaates wüteten. Insgesamt wurden über 100 000 Hektar Land zerstört. Rund 120 000 Menschen mussten evakuiert werden. Schwere Verwüstungen verursachte auch der Hurrikan George im September 1998. Im August/September 2004 wurde Florida innerhalb von sechs Wochen von vier Wirbelstürmen (Charley, Frances, Ivan und Jeanne) heimgesucht, die alle schwere Schäden anrichteten.
| 3. | Flora und Fauna |
Ungefähr 47 Prozent der Landfläche Floridas sind mit Wald bedeckt. Im Süden liegen ausgedehnte Sumpfgebiete und Mangroven.
Der Bestand vieler in Florida heimischer Tiere ist bedroht. Zu diesen Tieren gehören Schwarzbär, Weißwedel- oder Virginiahirsch, Wildkatze, Graufuchs und der Floridapanther. Der Alligator ist noch weit verbreitet, ebenso Schlangen, Schildkröten und Skorpione. Die Vogelwelt weist Silberreiher, Flamingos und Pelikane auf.
In den Flüssen, Seen und Küstengewässern Floridas kommen rund 700 Fischarten vor. Am verbreitetsten sind Meeräsche, Forelle, Barsch und Schnapper.
| 3. | Bevölkerung |
Die Einwohnerzahl beträgt etwa 18,25 Millionen (2007). In den vergangenen Jahrzehnten wuchs die Bevölkerung Floridas schneller als die der meisten anderen Staaten der USA: zwischen 1990 und 2000 war eine Bevölkerungszunahme von 23,5 Prozent zu verzeichnen. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte liegt bei 130 Einwohnern pro Quadratkilometer. Rund 78 Prozent sind Weiße, 15 Prozent Schwarze und 17 Prozent Lateinamerikaner. Darüber hinaus leben in Florida etwa 54 000 Indianer (u. a. Seminolen), ungefähr 266 000 Asiaten und einige tausend Kubaner, die sich auf die städtischen Zentren wie Miami und Tampa konzentrieren. Der Anteil der Personen über 60 Jahren war mit 18 Prozent der höchste in den USA.
| 4. | Bildung und Kultur |
An den 40 öffentlichen und 123 privaten Hochschulen sind etwa 480 000 Studenten eingeschrieben. Zu den staatlichen Hochschulen und Colleges gehören neben der Universität Florida u. a. das Bethune-Cookman College (gegründet 1904) in Daytona Beach, die Florida Atlantic University (1961) in Boca Raton und die Universität von Jacksonville (1934).
Die wichtigen kulturellen Einrichtungen finden sich vor allem in Städten wie Miami, Tampa und Saint Petersburg, Orlando, Sarasota und Jacksonville. Ein bedeutendes Museum ist das Florida Museum of Natural History in Gainesville, das archäologische Funde besitzt. Eine umfassende Sammlung europäischer und amerikanischer Malerei beherbergt das John and Mable Ringling Museum of Art in Sarasota.
| 1. | Sehenswürdigkeiten |
Viel besuchte Attraktionen sind Walt Disney World, der Everglades Nationalpark, Cypress Gardens in Winter Haven sowie Sea World und die Universal Studios in der Nähe von Orlando. Außerdem gibt es zahlreiche historische Stätten, die an die Zeit als spanische Kolonie erinnern. Die älteste gemauerte Festung in Nordamerika, die Teil des Castillo de San Marcos National Monument ist, befindet sich in St. Augustine und stammt aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Eine gewaltige Festungsanlage aus dem Jahr 1856 befindet sich im Nationalpark Dry Tortugas bei Key West. In Daytona Beach findet jedes Jahr im Februar das Daytona-500-Stock-Car-Rennen statt.
| 5. | Verwaltung und Politik |
Die Verfassung von Florida trat im Januar 1969 in Kraft. An der Spitze der Regierung steht der Gouverneur, der vom Volk für eine Amtszeit von vier Jahren gewählt wird und maximal zwei aufeinander folgende Perioden im Amt sein kann. Das Kabinett umfasst sechs Mitglieder, die ebenfalls für vier Jahre gewählt werden. Die Legislative liegt beim Senat (40 Mitglieder) und dem Repräsentantenhaus (120 Abgeordnete). Florida entsendet zwei Senatoren und 25 Abgeordnete in den US-Kongress. Der Staat hat bei den Präsidentschaftswahlen 27 Wahlstimmen.
| 6. | Wirtschaft |
Florida verfügt über eine breit diversifizierte Wirtschaft. Der Staat produziert große Mengen an landwirtschaftlichen Erzeugnissen, darunter vor allem Zitrusfrüchte. Von überragender Bedeutung ist der Fremdenverkehr; zu den meistbesuchten touristischen Attraktionen gehören Walt Disney World nahe Orlando, der Nationalpark Everglades und das John-F.-Kennedy-Raumfahrtzentrum in Kap Canaveral.
Floridas wichtigste Rohstoffe sind Kalkstein, Phosphat (der Bundesstaat deckt 80 Prozent des Bedarfs der USA) und Erdöl. Außerdem gibt es umfangreiche Vorkommen an Erdgas, Schwefel, Kaolin, Ilmenit und Rutil. In den Industriebetrieben werden u. a. Elektronikzubehör, Fahrzeuge und Präzisionsinstrumente hergestellt.
| 7. | Geschichte |
Das Gebiet des heutigen Florida wurde zunächst von Timucua, Apalachee und Calusa besiedelt. Im 18. Jahrhundert wurden die Seminolen zur vorherrschenden Volksgruppe.
Juan Ponce de León, ein spanischer Seefahrer, erreichte 1513 als erster Europäer die Küste von Florida. Auf späteren Entdeckungsreisen durch Pánfilo de Narvaez (1528) und Hernando de Soto (1539-1540) wurde die Halbinsel Florida weiter erforscht.
1562 brachte Jean Ribaut eine Gruppe von Hugenotten nach Florida, nahm das neue Territorium für Frankreich in Besitz und gründete dort mit Saint Augustine den ersten von Europäern kontinuierlich bewohnten Ort in den späteren USA. Später zog er nach South Carolina weiter. 1565 kehrte Ribaut nach Florida zurück und wurde zusammen mit einer anderen Hugenottengruppe von spanischen Truppen unter der Führung von Pedro Menéndez de Avilés in Fort Caroline inhaftiert und hingerichtet.
Nach dem Siebenjährigen Krieg traten die Spanier 1763 Florida an Großbritannien ab. Aber im Frieden von Paris erhielt Spanien 1783 Florida zurück. 1810 erklärten die Vereinigten Staaten, dass Westflorida zu dem im Kauf von Louisiana 1803 erworbenen Gebiet gehöre und somit amerikanischem Recht unterstehe.
| 1. | Das 19. Jahrhundert |
1819 trat Spanien Florida im Adams-Onís-Vertrag an die Vereinigten Staaten ab. Die Seminolen wurden gezwungen, ihr Land zu verlassen. Die Mehrheit weigerte sich jedoch und zog unter dem Anführer Osceola gegen die US-Truppen in den Kampf (Zweiter Seminolenkrieg, 1835-1842).
1845 trat Florida als 27. Staat den Vereinigten Staaten bei. Am 10. Januar 1861 spaltete sich der Staat von der Union ab und schloss sich den Konföderierten Staaten an. Während des Amerikanischen Bürgerkrieges (1861-1865) eroberten die Truppen der Unionsstaaten die meisten wichtigen Küstenstädte und ernannten einen provisorischen Gouverneur. 1868 wurde eine neue Verfassung verabschiedet, in der die Abschaffung der Sklaverei und das Wahlrecht für die Schwarzen festgeschrieben wurde. Florida wurde erneut Mitglied der Vereinigten Staaten.
| 2. | Das 20. Jahrhundert |
Im späten 19. Jahrhundert begann der wirtschaftliche Aufschwung Floridas. Die Bevölkerung des Staates hatte sich zwischen 1870 und 1890 etwa verdoppelt. Der Tourismus erlangte seit den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts wachsende Bedeutung. Die hohe Nachfrage nach Land verdoppelte zwischen 1920 und 1925 die Preise.
1900 zählte Florida nur 528 000 Einwohner, 1960 waren es fast fünf Millionen, und seither hat sich die Einwohnerzahl mehr als verdreifacht; insbesondere zahlreiche ältere Menschen wählen Florida wegen seines milden Klimas als Ruhesitz. 85 Prozent der Einwohner leben in verstädterten Gebieten. Nach dem 2. Weltkrieg haben Tourismus und Industrie zunehmend an Bedeutung gewonnen und eine breit gefächerte wirtschaftliche Basis geschaffen. Da das rapide Bevölkerungswachstum Probleme mit sich bringt, wird von Seiten der Regierung versucht, die Zuwanderung einzuschränken.