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| 2. | Bildung und Entwicklung der Persönlichkeit |
Anlage und Umwelt wirken bei der Bildung der Persönlichkeit zusammen. Schon in frühestem Alter unterscheiden sich Kinder aufgrund bestimmter Variablen, die vererbt sind oder sich als Reaktion auf bestimmte Umwelteinflüsse herausgebildet haben. Beispielsweise sind einige Kleinkinder aufmerksamer als andere, während andere aktiver sind. Diese Unterschiede haben wiederum einen Einfluss darauf, wie die Eltern auf das jeweilige Kleinkind reagieren – nur ein Beispiel dafür, wie vererbte Eigenschaften die Umweltbedingungen beeinflussen.
Neben ererbten Eigenschaften haben auch die Erlebnisse des heranwachsenden Kindes Einfluss auf die Entwicklung seiner Persönlichkeit, und zwar intensiveren oder geringeren, je nachdem, wann sie auf das Kind einwirken. Viele Psychologen sind der Auffassung, dass es in der Persönlichkeitsentwicklung Phasen gibt, in denen das Individuum für bestimmte Umwelteinflüsse besonders empfänglich ist.
Die meisten Fachleute sind davon überzeugt, dass die Erfahrungen des Kindes in seiner Familie entscheidend für die Persönlichkeitsentwicklung sind. Es kann die Persönlichkeit dauerhaft prägen, wie gut die Bedürfnisse des Babys und Kleinkindes befriedigt wurden und wie das Kind später erzogen wird; beispielsweise nimmt man an, dass eine zu frühe oder zu strenge Sauberkeitserziehung dazu führen kann, dass die Kinder später trotzig werden. Geschlechtsspezifisches Verhalten kann ein Kind erwerben, indem es sich mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil identifiziert. Auch von ihren Geschwistern werden Kinder beeinflusst.
Manche Forscher betonen die Bedeutung sozialer und kultureller Traditionen für die Persönlichkeitsentwicklung. So versuchte beispielsweise die Ethnologin Margaret Mead, die Kulturabhängigkeit von Persönlichkeitsmerkmalen zu belegen.