Samen
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2. Entwicklung des Samens

Der Entwicklung des Samens geht zunächst die Bestäubung voraus, die Übertragung eines oder mehrerer Pollenkörner auf die Narbe des weiblichen Fruchtknotens. Dies kann auf mannigfaltige Weise geschehen, wobei unscheinbare Blüten meist vom Wind bestäubt werden, so die Blüten der Nadelbäume oder der europäischen Laubbäume. Auffallende Blüten, bis hin zu den prächtigen Blüten der Orchideen, werden dagegen von Insekten, Vögeln, Fledermäusen oder anderen Kleinsäugern bestäubt. Die übertragenen Pollenkörner bleiben auf der klebrigen Narbe haften; durch deren zuckeriges Sekret wird der Pollen mit Energie versorgt und gleichsam „zum Leben erweckt”. Er beginnt, einen Pollenschlauch zu entwickeln, der durch den Griffel zur Eizelle im Fruchtknoten wächst.

Im Pollenschlauch befinden sich zwei Zellkerne; einer davon, der vegetative Kern, steuert die Entwicklung des Pollenschlauches, während der andere, der als generativer Kern bezeichnet wird, die Eizelle befruchtet. Vor der Befruchtung teilt sich der generative Kern, so dass dann zwei Kerne vorliegen. Nach dem Eindringen des Pollenschlauches in die Samenanlage verschmilzt einer dieser beiden Kerne mit dem Kern der haploiden Eizelle, aus der sich anschließend der diploide Embryo entwickelt. Der andere generative Kern verschmilzt mit dem bereits diploid in der Samenanlage vorliegenden Endospermkern. Aus dieser Vereinigung entsteht triploides Nährgewebe, das Endosperm. Diese dreifache Ausstattung mit Chromosomen kommt der Qualität des Endosperms zugute: Je mehr Chromosomensätze der Zellkern enthält, desto stärker entwickelt sich das Gewebe. Weizen beispielsweise ist sogar hexaploid, hat also einen sechsfachen Chromosomensatz und produziert deshalb große Samen. Bei den Angiospermen wird die Bildung des triploiden Endosperms als doppelte Befruchtung bezeichnet. Bei den Gymnospermen, den Nacktsamern, gibt es keine doppelte Befruchtung, und das Endosperm bleibt, wie ursprünglich angelegt, diploid.