Nigeria
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Nigeria
2. Land

Große Teile von Nigeria bestehen aus flachem Tafelland, das von Flüssen, besonders vom Niger und Benue, durchtrennt wird. Der größte Teil des Landes ist zur Landwirtschaft geeignet. Seine wichtigsten natürlichen Reichtümer sind ausgiebige Erdöl- und Erdgasvorkommen in Küstennähe.

1. Physische Geographie

Nigeria kann in vier geographisch unterschiedliche Regionen unterteilt werden. Entlang der Küste befindet sich ein Gürtel aus Sümpfen und Mangrovenwäldern, die sich in den meisten Gegenden über 16 Kilometer ins Landesinnere ausdehnen. In dieser Region gibt es zahlreiche Lagunen und Buchten. In der Region des Nigerdeltas dehnt sich der Küstengürtel über 100 Kilometer ins Landesinnere aus. Jenseits der Küstenebenen folgen die Täler des Niger und Benue, hier befindet sich ein breiter, hügeliger Waldgürtel, der allmählich zu dem felsigen Gelände des Jos und Bauchi Plateau ansteigt. Jenseits dieses Plateaus befindet sich eine Savannengegend, die sich bis zur Sahelzone, einer Halbwüste, im äußersten Norden erstreckt. Die große Ebene der Savannengegend ist Nigerias wichtigstes landwirtschaftliches Anbaugebiet. Im Osten befindet sich das Adamaoua-Massiv, das an Kamerun grenzt und in welchem sich Nigerias höchster Berg Chappal Wadi (2 419 Meter) befindet.

2. Flüsse und Seen

Der Niger und seine Nebenflüsse, hauptsächlich der Benue, Kaduna und Sokoto, entwässern den größten Teil von Nigeria. Im Nordosten münden die Flüsse in den Tschadsee. Die Schifffahrt ist aufgrund von Stromschnellen und durch die jahreszeitlich bedingten Wasserstandsschwankungen eingeschränkt.

3. Klima

Nigeria besitzt zwei unterschiedliche Klimazonen. Entlang der Küste beeinflussen die äquatorialen Meeresluftmassen das Klima, das durch eine hohe Luftfeuchtigkeit und starke Regenfälle gekennzeichnet ist. In den Norden bringen die tropischen kontinentalen Luftmassen trockene staubige Winde (harmattan) aus der Sahara. Die Temperatur schwankt erheblich mit den Jahreszeiten, ebenso die Regenfälle, die wesentlich geringer sind als im Süden. Die Hauptregenzeit ist zwischen April und Oktober, und der durchschnittliche Niederschlag bewegt sich zwischen 2 497 Millimetern in Port Harcourt im Nigerdelta und 869 Millimetern in Kano im Norden des Landes.

4. Flora und Fauna

Die Vegetationszonen in Nigeria verlaufen parallel zu den Klimazonen. Der wasserreiche Süden ist teilweise mit Überresten von dichtem tropischem Regenwald bedeckt, der einen Bestand an Harthölzern wie Mahagoni und Obeche aufweist. Ölpalmen sind besonders reichlich vorhanden. In der Hochebene und Savannengegend sind neben dem Wald auch Weideland und Hartholzbäume wie der Baobab und die Tamarinde anzutreffen. In der äußersten nordöstlichen Sahelregion herrscht eine Halbwüstenvegetation vor. Insgesamt hat Nigeria im Lauf der Zeit etwa 84 Prozent seiner ursprünglichen Waldfläche und ungefähr 90 Prozent seiner Feuchtwaldgebiete verloren. Nur noch etwa 12 Prozent der gesamten Landesfläche sind heute von Wald bedeckt.

Krokodile und Schlangen findet man in den Sümpfen und Regenwäldern. Die afrikanischen Großsäugetiere, einst in Nigeria beheimatet, sind angesichts intensiver Besiedlung hier nicht mehr anzutreffen. Einige Antilopen, Kamele und Hyänen leben im Norden.