Diamant
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Diamant
2. Eigenschaften

Der Diamant kristallisiert im kubischen System (siehe Kristallsysteme). Die am häufigsten vorkommenden Kristallformen sind Oktaeder, Dodekaeder und Würfel (siehe Polyeder). Man findet auch Kristalle mit abgerundeten Kanten. Diamant ist der härteste bekannte Stoff, dem auf der Mohs’schen Härteskala der Wert 10 zugeordnet ist. Die Härte hängt allerdings von der kristallographischen Richtung ab. Sie ist auf Flächen, die parallel zum Oktaeder liegen, größer als auf denen, die parallel zu den Dodekaederflächen liegen.

Die Spaltflächen des Diamanten liegen parallel zu den Oktaederflächen. Diamanten besitzen eine Dichte zwischen 3,47 und 3,53.

Diamanten haben sehr unterschiedliche Transparenz und verschiedene Farben. Diamanten in Schmuckqualität müssen vollkommen klar sein. Farblose Steine, die so genannten weißen Diamanten, sind besonders kostbar. Oft tritt aber eine gelbliche Tönung auf, die als Mangel angesehen wird. Braune Diamanten sind nicht selten. Grüne und blaue Diamanten zählen zu Raritäten; rote Diamanten sind die seltenste Varietät. Diamanten mit reinen und intensiven Farben sind sehr begehrt.

Geschliffene Diamanten zeichnen sich durch zwei wichtige Qualitätsmerkmale aus: Glanz („Diamantglanz”) und Feuer (Farbenspiel). Sie beruhen auf der außergewöhnlich hohen Lichtbrechung und Dispersion des Diamanten.

Die hohe Dispersion bewirkt, dass die Farbanteile des weißen Lichtes zerstreut werden, so dass der geschliffene Stein funkelt. Einige Diamanten zeigen Fluoreszenz – kurzzeitige Lumineszenz –, wenn man sie dem Sonnenlicht oder anderen ultravioletten Lichtquellen aussetzt. Die Farbe ist dabei gewöhnlich hellblau; in einigen Steinen kann auch gelbe, orangefarbige, milchigweiße und rote Fluoreszenz auftreten.

Andere Merkmale des Diamanten tragen nichts zu seinem Erscheinungsbild bei, sind aber wichtig, wenn man Steine identifizieren und zwischen echten Diamanten und Imitationen unterscheiden will. Da Diamanten ausgezeichnete Wärmeleiter sind, fühlen sie sich beim Berühren kalt an. Die meisten Diamanten sind schlechte elektrische Leiter, beim Reiben laden sie sich positiv auf.

Echte geschliffene Diamanten sind – im Gegensatz zu Imitationen – für Röntgenstrahlen durchlässig. Durch seine Wärmeleitfähigkeit eignet sich der Diamant als Material für Oberflächenfilme von Computerchips.

Eine weitere wichtige physikalische Eigenschaft des Diamanten ist seine Beständigkeit gegenüber Säuren und Basen. Durchsichtige Diamantkristalle verbrennen in Sauerstoff bei etwa 800 °C zu Kohlendioxid.