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Epikur

Epikur, griechisch Epikuros, (341-271 v. Chr.), griechischer Philosoph. Er war ein Vertreter des Eudämonismus innerhalb der abendländischen Philosophie.

Epikur wurde 341 v. Chr. als Sohn eines Lehrers auf Samos geboren und erhielt Privatunterricht von seinem Vater, der Schullehrer war, sowie von verschiedenen Philosophen. Im Alter von 18 Jahren ging er nach Athen, um den Militärdienst zu leisten. Nach kurzem Aufenthalt im Jahr 322 zog er zu seinem Vater nach Kolophon, wo auch er Lehrer wurde. Um 311 gründete Epikur eine philosophische Schule in Mytilene auf der Insel Lesbos; drei Jahre später wurde er zum Oberhaupt der Schule von Lampsakos (heute Lâpseki, Türkei) ernannt. 306 ging er zurück nach Athen, um sich hier endgültig niederzulassen, seine Lehren zu entwickeln und diese zu unterrichten. Da der Unterricht in Epikurs Garten (Kepos) abgehalten wurde und man dort in einer Gemeinschaft zusammenlebte, waren seine Schüler als Philosophen des Gartens bekannt. Die Tatsache, dass auch Frauen zugelassen waren, wurde von vielen seiner Zeitgenossen als anrüchig empfunden. Epikurs Schule wurde von Studenten aus ganz Griechenland und Kleinasien besucht.

In einer von dem Historiker Diogenes Laertios verfassten Biographie aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. heißt es, dass Epikur rund 300 Manuskripte hinterließ. Hierzu gehören 37 Abhandlungen über Physik und zahlreiche Werke u. a. über Themen wie Liebe, Gerechtigkeit und die Götterwelt. Von Epikurs Schriften sind jedoch nur die drei Briefe, die in der Biographie von Diogenes Laertios enthalten sind, sowie 40 vom Philosophen autorisierte Lehrsätze und einige kurze Fragmente auf Papyrus überliefert. Hauptquellen für die Rekonstruktion seiner Philosophie sind die Werke der römischen Schriftsteller Cicero, Seneca, Plutarch (einem Gegner Epikurs) und Lukrez, dessen Lehrgedicht De Rerum Natura (Über das Wesen der Dinge) die Lehren des Epikureismus enthält. Epikur starb 271 v. Chr. in Athen.

Hauptidee der Philosophie Epikurs ist ein Eudämonismus, der auf ein glückliches Leben durch Lustempfindung (Siehe auch Hedonismus) und Schmerzvermeidung abzielt; Schmerzlosigkeit und höchste Lustempfindung sind dabei synonym. Der Einzelne ist für sein individuelles Glück selbst verantwortlich. Erkenntnistheoretisch bewegte sich Epikur in unmittelbarer Nähe des Atomismus von Demokrit mit seiner Emanationstheorie: Erkenntnis ist nur über die Wahrnehmung der Dinge und ihres „Ausflusses” (Emanation) möglich; dabei sichert die Beobachtung gleicher Sinneseindrücke ein Bild der Wirklichkeit. Alles nicht Beobachtbare kann nur dann als wahr gelten, wenn es mit der Wahrnehmung in Einklang zu bringen ist. Da auch die (sterbliche) Seele und die Götter aus Atomen bestehen, braucht man Letztere nicht zu verehren – ein zentrales Moment der epikureischen Naturphilosophie.