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| 2. | Formen der Familie |
Die folgende Klassifizierung berücksichtigt lediglich die am weitesten verbreiteten Erscheinungsformen der Familie. In den modernen Industriegesellschaften hat sich die Kernfamilie als häufigster Familientypus herausgebildet. Unter Kern- oder Kleinfamilie versteht man das eheliche oder eheähnliche Zusammenleben von Frau und Mann mit ihren unmündigen Kindern, Mitglieder anderer Generationen wie Großmutter oder Großvater können diese Zweigenerationenfamilie ergänzen.
Als Großfamilie oder Mehrgenerationenfamilie bezeichnet man das Zusammenleben von mindestens drei Generationen in einem Wohnverband, meist unter der Herrschaft des Patriarchen, des einzigen Mannes aus der ältesten Generation. Dieser Großfamilie gehören der Patriarch, seine Ehefrau (oder Ehefrauen), die gemeinsamen Söhne und deren Ehefrauen sowie die Enkelkinder an. Bei patrilinearen Großfamilien heiraten die Töchter aus (siehe Exogamie), Ehefrauen heiraten in die Familie ein. Vergleichbares gilt für die seltenere Form der matrilinearen Großfamilie, bei der die Männer in die weibliche Linie einheiraten. Im Unterschied zu Lineages, die sich auf einen gemeinsamen Vorfahren berufen, löst sich die Großfamilie nach dem Tod des Patriarchen (oder des Patriarchen und seiner Frau) auf.
Erweiterte Familien werden aus zwei oder mehreren Kernfamilien gebildet. Dies kann der Fall sein, wenn nach dem Ableben des Patriarchen die Großfamilie nicht sofort zerfällt, sondern die Söhne (wie in den patriarchalen Großfamilien des antiken Rom) mit ihren Familien weiter zusammenleben. Auch polygame Familien zählen zu den erweiterten Familien. Polyandrische und polygynische Familien sind dabei Familien, bei denen eine Person mehreren Kernfamilien angehört.
Einen weiteren Familientypus bildet die Ein-Eltern-Familie, in der die Kinder mit einem unverheirateten, geschiedenen, getrennt lebenden oder verwitweten Elternteil zusammenleben.