Arabische Liga
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Arabische Liga
4. Ziele und Aktivitäten

Zu den ursprünglichen Zielen der Arabischen Liga gehörte die Beendigung der (vor allem französischen und britischen) Kolonialherrschaft sowie die Unterstützung der Araber im britischen Protektorat Palästina. Nachdem es nicht gelungen war, die Gründung des Staates Israel 1948 zu verhindern, wurde die Errichtung eines unabhängigen palästinensischen Staates zu ihrem politischen Hauptanliegen; seither unterstützt sie politisch den Kampf der Palästinenser um einen eigenen Staat, so u. a. 2002 in Form eines international mit großer Zustimmung aufgenommenen Friedensplans für den Nahen Osten, der nicht nur Israel und die Palästinenser, sondern alle arabischen Staaten der Region einbezog.

Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Tätigkeit ist die Schlichtung innerarabischer Konflikte, so etwa im libanesischen Bürgerkrieg (1975-1986) oder im Konflikt zwischen dem Irak und Kuwait (Zweiter Golfkrieg). Daneben bemüht sich die Liga um die Förderung der politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Interessen ihrer Mitglieder und spielt auch eine wichtige Rolle bei Bildungs-, Alphabetisierungs- und Emanzipationskampagnen sowie bei der Bewahrung des arabischen Kulturerbes. Auch unterstützt die Arabische Liga Maßnahmen zur Kriminalitätsbekämpfung und fördert Arbeitsbeschaffungsprogramme. Und schließlich leistet sie über verschiedene Fonds Wirtschaftshilfe für die ärmeren ihrer Mitglieder sowie andere muslimische Staaten.

Während des Irak-Konflikts offenbarte sich eine tiefe Spaltung der Arabischen Liga: Während die Mehrzahl der Mitglieder eine von den USA angeführte Militäraktion gegen den Irak strikt ablehnten, konnten sich Staaten wie Kuwait, Saudi-Arabien und die Golf-Emirate Bahrain, Katar und Oman, in denen bereits US-amerikanische Truppen stationiert waren und die in vielfältiger Abhängigkeit zu den USA standen, nicht zu einer Ablehnung eines möglichen Krieges durchringen. Erst nach Ausbruch des Irak-Krieges im März 2003 verständigten sich die Mitgliedsstaaten auf eine gemeinsame Erklärung, in der sie den amerikanisch-britischen Angriff auf den Irak verurteilten und den bedingungslosen Abzug der Alliierten aus dem Irak forderten. Nach dem Sturz des Hussein-Regimes und der Einsetzung des von der Arabischen Liga nicht als Regierung anerkannten „Regierenden Rates” durch die USA blieb der Sitz des Irak bei der Liga vorerst vakant; aber schon wenig später ließ die Liga den Irak wieder zu, allerdings nur vorläufig, und vermied damit die stillschweigende Anerkennung der amerikanisch-britischen Besetzung des Irak. Aus Protest gegen die Uneinigkeit und die Passivität der Liga in Bezug auf den Irak-Konflikt, aber auch auf den Nahostkonflikt suspendierte Libyen 2003 vorübergehend seine Mitgliedschaft.