Philippinen
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Philippinen
3. Bevölkerung

Der Begriff Filipino, der ursprünglich auf den Philippinen geborene Personen spanischer Abstammung bezeichnete und dem Terminus Kreole in den ehemaligen spanischen Kolonien Süd- und Mittelamerikas vergleichbar ist, bezeichnet seit dem 19. Jahrhundert die christianisierten Malaien, die den Großteil der Bevölkerung der Philippinen ausmachen.

Ureinwohner des Archipels waren die kleinwüchsigen Negritos. Ab etwa 200 v. Chr. kamen malaiische Völker in mehreren Migrationswellen auf die Inseln. Die heutigen Filipinos, vorwiegend Nachkommen der malaiischen Einwanderer, werden in erster Linie nach ihrer Sprache und Religion unterschieden. Die zahlenmäßig stärksten Gruppen sind die Visaya, Bewohner der Visaya-Inseln im zentralen Teil des Archipels, und die im Zentrum von Luzon lebenden Tagalen. Die drittgrößte Gruppe stellen die Ilokano, die vor allem im Cagayan-Tal auf Luzon leben. Die Bevölkerung nichtmalaiischer Abstammung ist vorwiegend chinesischer und indischer, zum geringen Teil auch spanischer Herkunft. Im südlichen Teil des Archipels, insbesondere im Westen von Mindanao, auf den Sulu-Inseln und im Süden von Palawan, leben zwei muslimische Bevölkerungsgruppen: die Moro und die Samal.

Die Einwohnerzahl beträgt etwa 92,68 Millionen (2008), die Bevölkerungsdichte liegt bei 311 Einwohnern pro Quadratkilometer. Die Bevölkerungsverteilung ist jedoch regional sehr unterschiedlich: Es gibt große Gebiete, die fast unbewohnt sind, während andere Regionen eine relativ hohe Bevölkerungsdichte aufweisen. 63 Prozent der Einwohner leben in Städten (2005). Das Bevölkerungswachstum beläuft sich auf 1,9 Prozent pro Jahr (2008).

1. Wichtige Städte

Größte Stadt der Philippinen ist die Hauptstadt Manila mit etwa 10,4 Millionen Einwohnern (2003) in der Agglomeration. Die Stadt verfügt über den wichtigsten Hafen und ist bedeutendster Produktionsstandort des Landes. Weitere wichtige Städte sind Quezon City (2,39 Millionen), das von 1948 bis 1976 die Hauptstadt des Landes war, Davao (1,40 Millionen), Cebu (662 000) und Zamboanga (769 000).

2. Sprache

Amtssprache auf den Philippinen ist Filipino (früher Pilipino geschrieben), das sich aus dem auf Luzon üblichen Tagalog entwickelte. Im Bildungswesen, in der Verwaltung und in der Wirtschaft wird Englisch verwendet. Insgesamt werden auf den philippinischen Inseln rund 80 Sprachen und Dialekte gesprochen, von denen etwa zehn zur austronesischen (malaiopolynesischen) Sprachfamilie gehören und nur regionale Bedeutung haben.

3. Religion

Rund 84 Prozent der Bevölkerung sind Katholiken, 6 Prozent Anhänger der Unabhängigen Philippinischen Kirche (Aglipayaner), 4,6 Prozent Muslime und 3,9 Prozent Protestanten. Darüber hinaus leben auf den Philippinen auch Anhänger indigener Religionen.

3.1. Feiertage

Es gibt zahlreiche nationale und lokale Feiertage wie Neujahr (1. Januar), Ostern (Gründonnerstag bis Sonntag), den Bataan Day (9. April), den Tag der Arbeit (1. Mai), Araw ng Kagitingan (6. Mai), den Unabhängigkeitstag (12. Juni), den Gedenktag für die Nationalhelden (27. August), Allerheiligen (1. November), den Namenstag des heiligen Bonifatius (30. November), Weihnachten (25. Dezember) und den Rizal-Tag (30. Dezember). Auf den Philippinen ist es Brauch, mit dem Weihnachtsfest schon am 16. Dezember zu beginnen. Bis zum 24. Dezember stehen alle Tage, die man auch als Misa de Gallo („Hahnenmesse”) bezeichnet, im Zeichen des Gebets. Die Weihnachtszeit endet am 6. Januar. Am Rizal-Tag gedenkt man des Märtyrertodes von José Rizal im Jahr 1896. Der Tag des Volksaufstands, die Fiesta sa EDSA, am 25. Februar erinnert an die friedliche Revolution im Februar 1986. Landesweit gedenkt man am 14. September (Santacruzan) der heiligen Helena und ihrer Suche nach dem Heiligen Kreuz.

4. Soziales

In den meisten Städten der Philippinen ist die medizinische Versorgung vergleichsweise gut, in ländlichen Gebieten mangelt es jedoch an entsprechenden Einrichtungen. Auf einen Arzt kommen landesweit 900 Einwohner. Es gibt ein staatliches Renten- und Lebensversicherungsprogramm für Arbeitnehmer. Der seit langer Zeit zu beobachtende verstärkte Zuzug von Landbewohnern in die Großstädte erhöht dort den Bevölkerungsdruck, was zur Entstehung ausgedehnter Slumgebiete in den Randbezirken führt.