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Lahore

Lahore, Stadt in Pakistan, Hauptstadt der Provinz Punjab, am Ravi gelegen.

Zwar gibt es in Lahore nur wenige Industriebetriebe, doch ist die Stadt Umschlagplatz für das stark industrialisierte Umland. Hergestellt werden u. a. Textilien, Metall- und Chemieprodukte, Maschinen, Glas-, Leder- und Gummierzeugnisse. Die Stadt ist Sitz der Universität von Punjab, der ältesten Universität Pakistans, und eines Kernforschungsinstituts. In Lahore stehen Gebäude und Denkmäler aus der Zeit des Mogulreiches, in der die Bedeutung der Stadt stark zunahm. Zu den herausragenden Bauwerken gehören die Festung (16. Jahrhundert) und die unter Shah Jahan errichteten Shalimar-Gärten (17. Jahrhundert). Beide Anlagen wurden 1981 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Den Legenden des Hinduismus zufolge soll der Gründer Lahores Loh (oder Lava), der Sohn Ramas, gewesen sein. Die Gründung soll Ende des 1., Anfang des 2. Jahrhunderts stattgefunden haben. Eines der ersten schriftlichen Zeugnisse über Lahore stammt von dem chinesischen Mönch Xuang Zang, der um 630 auf seiner Reise durch Indien nach Lahore kam. Im 11. Jahrhundert berichtete der arabische Gelehrte Al-Biruni über die Stadt. In dieser Zeit wurde Lahore von der muslimischen Dynastie der Ghasnawiden regiert, die sie 1152 zu einer Hauptresidenz machten. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts übernahm die Dynastie der Ghuriden die Stadtherrschaft. Seine Blüte erlebte Lahore u. a. im 16. und 17. Jahrhundert während der Zeit des Mogulreiches. Es folgten Aufstände der Sikhs und kriegerische Auseinandersetzungen mit Nachbarvölkern, die den allmählichen Verfall einleiteten. 1767 wurde Lahore Hauptstadt des Sikhreiches. Von 1849 bis zur Unabhängigkeit Pakistans 1947 stand Lahore unter britischer Kontrolle.

Die Einwohnerzahl der Stadt beträgt etwa 5,06 Millionen.