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| 4. | Die Vorherrschaft Preußens in Deutschland |
Auf dem Wiener Kongress 1815 wurde Preußen nicht nur im alten territorialen Umfang bestätigt, sondern konnte sein Staatsgebiet sogar noch vergrößern. Preußen hatte seine Großmachtstellung wiedererlangt. Der Deutsche Bund, der auf dem Wiener Kongress gegründet worden war, wurde dominiert von dem Dualismus zwischen Preußen und Österreich, den beiden größten Mächten innerhalb des Bundes.
Unter König Wilhelm I. und seinem Ministerpräsidenten Otto von Bismarck erreichte Preußen den Höhepunkt seiner Macht. Die Deutsch-Dänischen Kriege (1848-1850 und 1864) und der Deutsche Krieg gegen Österreich (1866) bestätigten Preußen als Vormacht in Deutschland, führten zur Auflösung des Deutschen Bundes und zur Gründung des Norddeutschen Bundes unter preußischer Führung.
Mit dem Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) und der Proklamation Wilhelms I. zum deutschen Kaiser wurde schließlich die Einigung Deutschlands unter preußischer Führung vollendet. Etwa zwei Drittel des Gebiets des Deutschen Reiches und drei Fünftel seiner Bevölkerung waren preußisch. Mit der Gründung des Deutschen Reiches ging die Geschichte Preußens in der Geschichte des Deutschen Reiches auf.
Siehe auch deutsche Geschichte; Deutsches Kaiserreich