| Benzin | Artikelansicht | ||||
| Klicken Sie im Menü Datei auf Drucken, um die Informationen zu drucken. | |||||
| 4. | Klopffestigkeit |
Für den Einsatz in hochverdichtenden Motoren benötigt man Benzin, das gleichmäßig und schnell verbrennt. Dadurch wird das für den Motor äußerst schädliche Klopfen verhindert. Das Klopfen entsteht durch unerwünschte Selbstentzündungen im Brennraum. Dabei treten Druckausbrüche auf, die sich im Brennraum fortpflanzen und Kolben, Dichtungen und Zylinderkopf schädigen können.
| 1. | Octanzahl |
Die Klopffestigkeit eines Benzins wird durch die Octanzahl gekennzeichnet. Je höher die Octanzahl, desto klopffester ist das Benzin. Die Octanzahl ist eine Kennzahl, die die Leistung eines Kraftstoffes im Vergleich zur Leistung eines Standardkraftstoffes beschreibt. Der Standardkraftstoff besteht aus einer Mischung von klopffestem Isooctan und klopffreudigem Heptan, wobei das Mischungsverhältnis durch Normen festgelegt ist. Die Octanzahl wird u. a. nach zwei Methoden mit einem genormten Einzylindermotor bestimmt: die Research-Methode, die die Research-Octanzahl (ROZ) liefert, und die Motor-Methode, die die Motor-Octanzahl (MOZ) liefert. Die Methoden unterscheiden sich in den Bedingungen, unter denen der Prüfmotor arbeitet.
In Deutschland liegen die Octanzahlen für bleifreies Normalbenzin bei 91,0 ROZ bzw. 82,8 MOZ, für bleifreies Superbenzin bei 95,0 ROZ bzw. 85,0 MOZ und für bleifreies Super-Plus-Benzin bei 98,0 ROZ bzw. 88,0 MOZ.
| 2. | Blei- und schwefelfreie Kraftstoffe |
Die Klopffestigkeit von Benzin kann durch Zugabe von Antiklopfmitteln erhöht werden. Lange Zeit wurden hierfür die Additive Bleitetraethyl oder Bleitetramethyl verwendet. Wegen der Giftigkeit und umweltbelastenden Eigenschaften des Bleis wurden diese Substanzen durch andere Stoffe wie Tertiär-Butylmethylether (auch Methyl-Tertiär-Butylether; MTBE) oder Tertiär-Butylalkohol (TBA) ersetzt. Verbleites Normalbenzin ist in Deutschland seit 1988, in Österreich seit 1985 und in der Schweiz seit 2000 nicht mehr zugelassen. Verbleites Superbenzin ist in Deutschland seit 1996, in Österreich seit 1993 und in der Schweiz ebenfalls seit 2000 verboten.
Schwefel im Kraftstoff führt bei der Verbrennung zu Schwefeldioxid in Autoabgasen. Gerade Schwefeldioxid ist neben Stickoxiden wesentlich für die Entstehung von saurem Regen verantwortlich. Aus diesem Grund werden z. B. in Deutschland seit November 2001 schwefelarme und seit 2003 schwefelfreie Otto- und Dieselkraftstoffe angeboten. 2005 wurde in allen Ländern der Europäischen Union mit der Einführung schwefelfreier Kraftstoffsorten begonnen.