Tokyo
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Tokyo
2. Wirtschaft und Verkehr

Die modernen Großindustrien der Stadt konzentrieren sich am Ufer der Tokyobucht. Hier erstreckt sich zwischen Tokyo und Yokohama das größte Industriegebiet des Landes. Dominierend ist die Schwerindustrie, die mehr als zwei Drittel des Gesamtproduktionswertes erwirtschaftet. Die Leichtindustrie ist breit gefächert: Hergestellt werden Nahrungsmittel, Textilien, Kameras und optische Geräte, Metallwaren, Maschinen, chemische Produkte sowie eine große Vielfalt an Konsumgütern.

Seit Beginn der Meiji-Ära 1868 wurde in Japan ein Eisenbahnnetz errichtet, in dessen Mittelpunkt Tokyo liegt. Die Stadt ist über Hauptlinien mit allen Teilen Japans verbunden, und ein gut ausgebautes Nebenliniennetz durchzieht das nahe Hinterland. Da die Hauptverbindungen bald überlastet waren, wurden ab 1964 neue Expresslinien (shinkansen) gebaut. Diese Hochgeschwindigkeitszüge benötigen etwa für die rund 1 070 Kilometer lange Strecke zwischen Tokyo und Fukuoka nur ungefähr fünf Stunden. Von den größten Bahnhöfen Tokyos – Tokyo Mitte, Ueno, Ikebukuro, Shinjuku und Shibuya – werden täglich mehrere Millionen Pendler befördert.

Die Modernisierung des Straßennetzes von Tokyo gestaltete sich besonders schwierig, da die Straßen der alten Stadt Edo sehr eng und gewunden und für den Autoverkehr völlig ungeeignet waren. Ab den fünfziger Jahren wurden strahlenförmig vom Stadtzentrum ausgehende Hauptverkehrsstraßen und Stadtautobahnen gebaut, die das Zentrum mit acht neuen Ringstraßen verbinden. Der erste Streckenabschnitt der U-Bahn wurde 1927 in Betrieb genommen. Seither entstand ein U-Bahn-Netz mit einer Gesamtlänge von knapp 300 Kilometern. Trotzdem gibt es in Tokyo noch immer große Verkehrsprobleme.

Der ältere der beiden Flughäfen von Tokyo (Haneda) an der Tokyobucht südlich des Stadtzentrums diente lange Zeit sowohl dem internationalen als auch dem inländischen Flugverkehr, bis 1978 ein neuer internationaler Großflughafen (Narita), 55 Kilometer östlich des Stadtzentrums, eröffnet wurde. Über den Flughafen Haneda werden seither vorwiegend Inlands- und Charterflüge abgewickelt; auf keinem Flughafen Asiens werden mehr Passagiere abgefertigt.