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| 1. | Einleitung |
New Jersey, einer der Mittelatlantikstaaten der USA. New Jersey grenzt im Nordosten an den Bundesstaat New York, im Osten an den Atlantischen Ozean, im Süden an Delaware und im Westen und Nordwesten an Pennsylvania. Ein Teil der Grenze zum Bundesstaat New York wird vom Hudson River, die Grenze zu Delaware von der Delawarebai und dem Delaware River gebildet. Der Delaware River bildet daneben auch die Grenze zu Pennsylvania.
New Jersey trat am 18. Dezember 1787 als dritter der 13 Gründungsstaaten der Union bei. Während der Amerikanischen Revolution haben sich in dem Staat einige bedeutende Ereignisse abgespielt. Dazu gehört George Washingtons Überquerung des Delaware River im Dezember 1776, die die britische Niederlage bei Trenton, der heutigen Hauptstadt, einleitete. Ende des 19. Jahrhunderts kam es zu einer starken Industrialisierung des Staates; in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts war New Jersey zudem für seine Seebäder, seine leistungsfähigen Farmen und den aufstrebenden Dienstleistungssektor bekannt. Der frühere US-Präsident Grover Cleveland wurde in New Jersey geboren, der frühere Präsident Woodrow Wilson hat den größten Teil seiner Kindheit hier verbracht. Der Staat ist nach der englischen Kanalinsel Jersey benannt, dem Geburtsort von Sir George Carteret, der 1644 Miteigentümer des heutigen New Jersey wurde. Der Beiname des Staates lautet „Garden State” (Garten-Staat). Zu den wichtigsten Städten gehören die Hauptstadt Trenton sowie Newark, New Jersey City, Paterson, Elizabeth und Edison.
| 2. | Land |
Mit einer Fläche von 22 587 Quadratkilometern liegt New Jersey an 47. Stelle der US-Bundesstaaten. Die Form des Staates ist in etwa rechteckig. Die größten Entfernungen betragen in Nord-Süd-Richtung etwa 265 Kilometer und in Ost-West-Richtung etwa 100 Kilometer. Die höchste Erhebung ist der High Point mit 550 Metern. Die durchschnittliche Höhe liegt bei 76 Metern. Die Küstenlänge beträgt 209 Kilometer.
| 1. | Physische Geographie |
New Jersey gliedert sich in vier wichtige geographische Regionen: die Atlantische Küstenebene, das Piedmontplateau, die New Jersey Highlands und das Great Appalachian Valley.
Die Landschaft ist überwiegend flach; die Erhebungen steigen selten auf mehr als 30 Meter an. Weiter im Landesinneren erreichen die Erhebungen nicht einmal mehr 15 Meter. Entlang des Unterlaufs des Delaware River und entlang der Delaware Bay befinden sich ausgedehnte Sumpfgebiete. Weitere Sumpfgebiete finden sich entlang der Atlantikküste zwischen dem Festland und auf den Inseln, die der Küste vorgelagert sind. Der Südwestteil der Region besteht aus fruchtbaren und sandhaltigen Lehmböden.
Nordwestlich der Küstenebene befindet sich ein Abschnitt des Piedmontplateaus. Es grenzt sich durch die Fall-Linie, die sich in nordöstlicher Richtung vom Gebiet Trenton zur Newark Bay erstreckt, von der Ebene ab. Der Untergrund besteht aus rotem Sandstein und Schiefer, die mit Schichten aus vulkanischem Basaltgestein durchzogen sind. Die Region ist überwiegend flach; die Erhebungen steigen auf 30 bis 150 Meter an.
Nördlich des Piedmontgebiets liegt ein Teil des New England Upland, das örtlich auch als Reading Prong oder New Jersey Highlands bezeichnet wird. Der Untergrund besteht aus Metamorphgestein, wie etwa Gneis und Schiefer. Die Landschaft zeichnet sich durch einige steile Berge, wie den Pohatcong, Scotts und Sparta aus. Zwischen den Kämmen befinden sich breite und flache Täler. Zudem gibt es zahlreiche Seen in diesem Gebiet.
Das nordwestliche New Jersey hat Anteil an der Appalachian Valley und Ridge Region. Unmittelbar an die New Jersey Highlands schließt sich ein Teil des Great Valley an, das regional auch als Kittatinny Valley bezeichnet wird. Es ist etwa 24 Kilometer breit; der Untergrund besteht aus Kalk- oder Sandstein und Schiefer. In der Nachbarschaft des Tales liegen die Kittatinny Mountains. Dabei handelt es sich um einen Bergzug aus Sedimentgestein, zu dem einige der höchsten Erhebungen des Staates gehören. Der Durchbruch des Delaware River durch das Gebirge befindet sich in einer reizvollen Landschaft, die als Delaware Water Gap bezeichnet wird.
Fast ein Drittel der Niederschläge fließen in den Delaware River und die Delaware Bay. Die Flüsse im Norden, wie Passaic, Hackensack und Raritan münden in den Atlantik. Ein Teil der Niederschläge im Norden fließen über den Wallkill River in den Hudson ab. Die Flüsse an der Atlantischen Küstenebene sind in der Regel kurz; an ihrem Unterlauf befinden sich vielfach Sümpfe. Zu den Flüssen gehören der Toms, Mullica und der Great Egg Harbor River.
Zu den größten Seen der New England Upland Region gehören der Hopatcong, Mohawk und Greenwood.
| 2. | Klima |
In New Jersey herrscht ein gemäßigtes Klima. Die monatlichen Durchschnittstemperaturen betragen im Norden -1 °C im Januar und 22,5 °C im Juli; im Süden betragen sie zwischen 0 °C im Januar und 24,5 °C im Juli. Die tiefsten Temperaturen herrschen in der Regel in den höheren Regionen im Nordwesten; die höchsten Temperaturen werden an der Südostküste verzeichnet. Die tiefste Temperatur betrug -36,7 °C 1904 in River Vale im Nordosten; die höchste Temperatur wurde mit 43,3 °C 1936 in Runyon gemessen. Mitunter wird der Staat von Wirbelstürmen heimgesucht.
| 3. | Fauna und Flora |
Etwa 45 Prozent der Fläche New Jerseys sind bewaldet. Ein einzigartiges Gebiet sind die großen Pine Barrens in der Atlantischen Küstenebene. Auf den sandigen Böden wachsen vor allem Zwergkiefern und Eichen.
Neben größeren Säugetieren wie Hirsche und Bären (vor allem im Norden) gibt es eine Vielzahl kleinerer Säugetiere sowie zahlreiche Vogelarten.
| 4. | Bodenschätze, Produkte und Industrie |
Zu den wichtigsten Bodenschätzen in New Jersey zählen Marmor, Zirkon, Zink und Eisenerz.
Die Landwirtschaft trägt weniger als ein Prozent zum jährlichen Bruttosozialprodukt bei und spielt somit eine untergeordnete Rolle. Zu den wichtigsten Erzeugnissen der Viehzucht gehören Milchprodukte sowie Rind-, Schweine- und Putenfleisch.
Obwohl die Fischereiindustrie in New Jersey keine große Rolle spielt, trägt sie etwa 146 Millionen Dollar zur Wirtschaftsleistung des Staates bei.
Die Industrie trägt in New Jersey ungefähr 11 Prozent zum jährlichen Bruttosozialprodukt bei. Der Staat gehört zu den führenden Produzenten chemischer Produkte. Dazu gehören petrochemische Produkte, Pharmazeutika sowie Grundsubstanzen, wie etwa Schwefelsäure. Zu den weiteren Produkten gehören Druckereierzeugnisse, Industriemaschinen, Präzisionsinstrumente, elektronische Geräte, Lebensmittelprodukte, Kleidung und Textilien, Steinguterzeugnisse und Porzellan, Glas und Papierprodukte.
| 3. | Bevölkerung |
Die Einwohnerzahl von New Jersey liegt bei etwa 8,69 Millionen (2007); das ist eine Zunahme um 9 Prozent gegenüber 1990. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte bertägt 454 Personen pro Quadratkilometer, die höchste aller 50 Bundesstaaten. Ungefähr 73 Prozent der Bevölkerung sind Weiße, 14 Prozent Schwarze. Die restlichen 13 Prozent verteilen sich vorwiegend auf Einwohner hispanischer und asiatischer Herkunft.
| 4. | Bildung und Kultur |
1813 versuchte eine Gruppe von Bürgern New Jerseys ein staatlich unterstütztes, öffentliches Schulsystem einzurichten. Das Gesetz zur Abschaffung sämtlicher Schulgelder an staatlichen Schulen geht allerdings erst auf das Jahr 1871 zurück. Die erste staatliche Schule (das heutige Trenton State College) wurde 1855 in Trenton gegründet.
Die erste Hochschule des Staates – die heutige Princeton University, die damals den Namen College of New Jersey trug – wurde 1746 in Princeton gegründet. Zu den bekanntesten Hochschulen gehören neben der Princeton University die State University of New Jersey Rutgers mit dem Hauptcampus in New Brunswick; das Princeton Theological Seminary (1812) in Princeton; die Fairleigh Dickinson University (1942) in Madison, Rutherford und Teaneck; das Stevens Institute of Technology (1870) in Hoboken und das Rider College (1865) in Lawrenceville.
Die erste öffentliche Bibliothek in New Jersey wurde 1750 in Trenton gegründet.
| 1. | Sehenswürdigkeiten |
Zu den wichtigsten Zentren des Fremdenverkehrs gehören die Seebäder, wie beispielsweise Atlantic City. Es gibt aber auch zahlreiche historische Stätten, die mit bedeutenden Personen und Orten des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges in Zusammenhang stehen, wie z. B. der Red Bank Battlefield Park in Woodbury, wo das Fort Mercer stand. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das Edison National Historic Site, zu dem die Bibliothek, die Werkstatt, das Labor und das Wohnhaus von Thomas A. Edison in West Orange gehören.
| 2. | Sport und Erholung |
Die Seebäder New Jerseys sind beliebt bei Schwimmern, Anglern und Anhängern des Bootssports. Zu den beliebtesten Orten zählen Atlantic City, Asbury Park, Ocean City, Wildwood und Cape May. Zu den weiteren beliebten Sportarten gehören Pferderennen, Skifahren und die Jagd.
| 5. | Verwaltung und Politik |
New Jersey wird gemäß seiner aus dem Jahre 1947 stammenden, 1948 ratifizierten Verfassung regiert.
Träger der Exekutive ist der vom Volk auf vier Jahre gewählte Gouverneur. Er kann beliebig oft, aber immer nur für maximal zwei aufeinander folgende Amtszeiten gewählt werden. Der Gouverneur ernennt mit Zustimmung des Senats die wichtigsten Amtsträger der Regierung.
Sitz der Legislative ist das Parlament, das in New Jersey aus einem Zweikammersystem besteht: dem Senat und der Generalversammlung.
Auf Bundesebene ist New Jersey mit zwei Senatoren und 13 Mitgliedern des Repräsentantenhauses im US-Kongress vertreten. Bei den bundesweiten Präsidentschaftswahlen stehen dem Staat 15 Stimmen zu.
| 6. | Geschichte |
Die Urbevölkerung des heutigen New Jersey waren die Delawaren bzw. Leni-Lenape („die ursprünglichen Menschen”).
| 1. | Kolonialzeit |
Als die Briten und Holländer zu Beginn des 17. Jahrhunderts die ersten Kolonien in Nordamerika anlegten, wurde das Gebiet des heutigen New Jersey von beiden Staaten gleichermaßen beansprucht. Die Holländer gründeten 1624 mit Fort Nassau (dem heutigen Gloucester City) am Delaware River und 1630 mit Pavonia (heute Teil von New Jersey City) die ersten Siedlungen. 1655 übernahmen die Holländer am Delaware River Siedlungen, die von den Schweden angelegt worden waren. Dennoch war das Gebiet New Jerseys 1664 nur schwach besiedelt. Damals übereignete Charles II. von England das gesamte Territorium zwischen den Flüssen Connecticut und Delaware seinem Bruder James, dem Herzog von York (und späteren König James II.).
| 1.1. | Britische Herrschaft |
James vertrieb die Holländer und gab das Gebiet New Jerseys an zwei seiner engen Freunde weiter, an Sir George Carteret und John, Lord Berkeley, der es nach der britischen Kanalinsel Jersey benannte. Die englischen Siedler widersetzten sich jedoch der Autorität des Eigentümers, und Berkeley verkaufte seine Hälfte 1674 an ein Quäkerkonsortium. Daraus folgte eine Teilung des Gebiets in Ost- und Westjersey, wobei die Grenze zwischen dem Gebiet der Quäker und dem Carterets verlief. Der Ostteil Jerseys wurde nach dem Tod Carterets 1681 versteigert. Erworben wurde es von William Penn und Partnern, die es sogleich aufteilten und zahllose Grenzstreitigkeiten austrugen.
Im Jahr 1702 erfolgte die Vereinigung Ost- und Westjerseys zur königlichen Provinz New Jersey. Zu diesem Zeitpunkt setzte sich die Bevölkerung aus Briten, Holländern, Belgiern, Franzosen und Deutschen sowie Sklaven aus Afrika und der Karibik zusammen.
| 1.2. | Der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg |
Der letzte königliche Gouverneur in New Jersey war William Franklin, ein Sohn Benjamin Franklins. Er trat sein Amt 1763 an und blieb bis 1776 im Amt. Damals wurde er von einem Provinzkongress abgesetzt, da er während des Krieges mit den Briten sympathisierte. Zunächst war die Stimmung in der Provinz über die Ziele der Revolutionäre noch geteilt, aber allmählich trat New Jersey nach 1774 auf die Seite der Patrioten über. Am 2. Juli 1776 wurde vom Kongress eine Verfassung verabschiedet. Der erste Staatsgouverneur war William Livingston, der bis zu seinem Tod (1790) das Amt bekleidete.
In New Jersey fanden einige bedeutende Schlachten des Unabhängigkeitskrieges statt. Die Amerikaner wurden im November 1776 bei Fort Lee geschlagen, konnten aber bei Trenton (1776), Princeton (1777), Monmouth (1778) und Springfield (1780) Siege erringen. 1783 wurde Princeton zur Bundeshauptstadt erklärt.
| 2. | Frühe Eigenstaatlichkeit |
Aufgrund der anhaltenden Kontroversen mit New York bezüglich der Transportrechte auf dem Hudson River und der Nutzung des New Yorker Hafens trat man in New Jersey für eine neue Bundesverfassung ein, die sich stärker für den Schutz und die Rechte der kleineren Staaten einsetzte. Bei der verfassunggebenden Versammlung in Philadelphia 1787 übernahmen die Delegierten New Jerseys die Führungsrolle der kleineren Staaten, die schließlich zur einheitlichen Repräsentation aller Bundesstaaten im US-Senat führte.
Alexander Hamilton, der erste Finanzminister der USA, fasste den Aufbau eines Industriekomplexes an den Wasserfällen des Passaic River ins Auge und gründete die Society for Useful Manufactures (Industrieverband) in der Gemeinde Paterson.
In der Verfassung New Jerseys aus dem Jahre 1776 war das Frauenwahlrecht vorgesehen, als jedoch 1807 tatsächlich mehrere Frauen zur Urne gingen, wurde die Wahl angefochten, und das Parlament schaffte dieses Recht mit dem Suffrage Reform Act wieder ab.
| 3. | Industrialisierung |
Bis in die zwanziger Jahre des 19. Jahrhunderts blieb New Jersey weitgehend ein Agrarstaat. Die Industrie spielte erst ab 1840 eine größere Rolle, als in Paterson, das bereits Zentrum der Textilindustrie war, die Herstellung von Rüstungsgütern und Lokomotiven begann. Der Amerikanische Bürgerkrieg sorgte schließlich für einen weiteren Industrialisierungsschub. Um 1900 war die Bevölkerung auf mehr als 900 000 Einwohner angewachsen. Paterson wurde zum Symbol für die erbitterten Arbeitskämpfe zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als die Fabrikarbeiter der Stadt um bessere Arbeitsbedingungen und Löhne kämpften.
Nach dem 2. Weltkrieg erlebte New Jersey ein gewaltiges wirtschaftliches und bevölkerungsmäßiges Wachstum; um 1960 gehörte New Jersey zu den acht bevölkerungsreichsten Bundesstaaten der USA. Der Bau einer Containeranlage im Hafen von Newark, der Ausbau des Newark International Airport, die Errichtung des Meadowlands Sports Complex in East Rutherford sowie die Eröffnung von Spielkasinos in Atlantic City sorgten in den siebziger und achtziger Jahren für neue Arbeitsplätze. In zunehmendem Maß wird die Wirtschaft vom Dienstleistungssektor dominiert. Zu den größten Herausforderungen, denen sich der Staat stellen muss, gehören der Umweltschutz, die Sanierung der Städte sowie die Reform des öffentlichen Schulwesens.