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Bund

Bund, in der Theologie die im Alten Testament erwähnte Übereinkunft zwischen Gott und dem Volk Israel. In Exodus 24 wird geschildert, dass Moses das „Buch des Bundes” nahm, und es vor dem versammelten Volk vorlas, worauf die Israeliten antworteten: „Alles, was der Herr gesprochen hat, wollen wir tun, und wir wollen ihm gehorchen!” Exegetische Forschungen ergaben, dass das „Buch des Bundes” dem Abschnitt Exodus 20, 23 bis 23, 33 entspricht (siehe Exegese). Von diesen und anderen Passagen aus den Pentateuch angeregt, entstand die Vorstellung eines Bundes zwischen Jahwe und dem Volk Israel, wonach Gott den Israeliten im Austausch für Gehorsam und Treue seine Gnade und seinen Schutz zuteilwerden ließ. Nach der Vertreibung der Juden aus Palästina wurden diese sich mit dem Bund beschäftigenden Bibelpassagen zum Hoffnungssymbol für eine Rückkehr ins Gelobte Land (siehe Palästinafrage).

Nach christlicher Vorstellung ging Jesus Christus durch seinen Tod am Kreuz einen Bund mit der Menschheit ein. Ziel war die Erlösung der Menschen. Die Theologen sind unterschiedlicher Meinung über die genaue Bedeutung dieses Bundes, der gelegentlich der Neue Bund oder der Bund des Neuen Testaments genannt wird. Einige propagieren, dass der freiwillige Opfertod Christi die ganze Menschheit erlöst habe, während andere die Auffassung vertreten, dass nur die gerettet werden können, die den Bund aktiv – also durch ihren Glauben bzw. durch Glauben und gute Werke – bekräftigen. Eine Erweiterung erfuhr der Begriff des Bundes in den Schriften des holländischen Protestanten Johannes Cocceius, der im 17. Jahrhundert lebte. Er lehrte, dass das Verhältnis zwischen Gott und den Menschen ein fortwährender Bund sei.