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Harun ar-Raschid

Harun ar-Raschid (766-809), fünfter Kalif (786-809) der Abbasiden-Dynastie von Bagdad. Übersetzt bedeutet sein Name „Aaron der Aufrechte”. Er war der Sohn des dritten abbasidischen Kalifen al-Mahdi und folgte nach dem Tod seines Bruders al-Hadi auf den Thron. Unter seiner Regierung erlebte die Kultur eine bemerkenswerte Blüte. Bis 803 lag die Verwaltung in den Händen von Yahya ibn-Khalid (starb ca. 803), dem Großwesir und Oberhaupt der berühmten Barmezidenfamilie. Bagdad, die Hauptstadt von Haruns Reich, wurde zur blühendsten Stadt der damaligen Zeit – der Reichtum des Kalifats, der u. a. durch Tributzahlungen zustande kam, erlaubte ungeheure Verschwendung. Man errichtete wundervolle Bauwerke zu Ehren des Kalifen, zu enorm hohen Kosten. Harun soll mit Karl dem Großen Geschenke ausgetauscht haben. Er war ein freigebiger Förderer von Bildung, Dichtung und Musik, und seinen Hof besuchten die bedeutendsten Muslime der damaligen Zeit. Man feierte Harun in unzähligen Liedern und Geschichten, und im Westen ist er als der Kalif bekannt, dessen Hof in den Geschichten aus Tausendundeine Nacht beschrieben wird.

Von 791 bis 809 lag Haruns Reich mit dem Byzantinischen Reich im Krieg und 807 besetzten seine Truppen die byzantinische Provinz Zypern. Gegen Ende seiner Herrschaftszeit ließ sich Harun noch dazu überreden, die Barmeziden abzusetzen und brachte 803 den Großwesir ins Gefängnis.