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Francis William Aston (1877-1945), britischer Chemiker, Physiker und Nobelpreisträger, der den Massenspektrographen entwickelte und damit zahlreiche Isotope von nicht radioaktiven Elementen entdeckte.
Aston wurde am 1. September 1877 in Harborne (Birmingham) geboren. Bereits in der Schule und am Malvern College wuchs Astons Interesse für naturwissenschaftliche Themen. 1894 begann er am Mason College das Physik- und Chemiestudium – das College wurde 1900 in die Universität Birmingham umgewandelt. 1898 erhielt er ein Stipendium und fertigte eine Arbeit über die Stereochemie bestimmter Derivate der Weinsäure an. 1900 verließ er die Universität und fand eine Anstellung als Chemiker im Laboratorium einer Brauerei. Hier stellte der Forscher seine Fähigkeiten im Bereich Physik und Technik unter Beweis. Er entwickelte neuartige Pumpensysteme zum Evakuieren von Kesseln.
1903 kehrte er an die Universität Birmingham zurück und arbeitete auf dem Gebiet von Gasentladungen. Sechs Jahre später folgte er einer Einladung von Joseph John Thomson und wechselte an das Cavendish Laboratory in Cambridge. Hier arbeitete Aston auf dem Gebiet der Ionenstrahlen und entdeckte 1912 gemeinsam mit Thomson zwei Isotope des Neons (Ne 20 und Ne 22). Mit Ausbruch des 1. Weltkrieges wurde Aston zum Militär eingezogen. Nach dem Krieg kehrte er 1919 ans Cavendish Laboratory zurück. Ab 1920 war Aston Fellow des Trinity College (ebenfalls Universität Cambridge).
Ab 1919 griff der Forscher seine Untersuchungen zur Isotopie von natürlichen und nicht radioaktiven Elementen wieder auf. Aston entwickelte die Apparatur von Thomson zum ersten Massenspektrographen weiter. Zur damaligen Zeit nahmen renommierte Wissenschaftler an, nur radioaktive Elemente können Isotope bilden. Mit seinem Massenspektrographen wies Aston nach, dass viele, auch nicht radioaktive Elemente aus einem Gemisch von zwei oder mehr Isotopen mit geringen Unterschieden in den relativen Atommassen bestehen. Astons Arbeit war auf 0,1 Prozent genau, und er erweiterte seine Untersuchungen auf alle natürlichen Elemente. Für seine Entdeckungen erhielt der Forscher viele Auszeichnungen, darunter 1922 den Nobelpreis für Chemie. Er schrieb Isotopes (1922) und Mass-Spectra and Isotopes (1933). Der Laureat starb am 20. November 1945 in Cambridge.