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| 4. | Aktivitäten |
Wichtigste Aufgabe des Völkerbundes unmittelbar nach dem 1. Weltkrieg war die Verwaltung ehemals deutscher und türkischer Gebiete: Der Völkerbund übernahm z. B. direkt die Verwaltung des Saargebiets und übergab die früheren deutschen Kolonien sowie Teile des Osmanischen Reiches als Mandate ausgewählten Mitgliedsstaaten des Völkerbundes.
Leitgedanke des Völkerbundes war die kollektive Sicherheit, die Wahrung des Weltfriedens; dementsprechend bemühte er sich, zum Teil mit Erfolg, um die friedliche Lösung von Konflikten. So konnte er z. B. den Streit zwischen Finnland und Schweden über die Åland-Inseln (1921) schlichten und die Auseinandersetzung zwischen Griechenland und Bulgarien über ihre gemeinsame Grenze (1925). Die Großmächte allerdings zogen es vor, ihre Angelegenheiten selbst in die Hand zu nehmen; die Besetzung des Ruhrgebiets durch Frankreich und die Besetzung Korfus durch Italien, beide 1923, geschahen am Völkerbund vorbei.
Deutschland wurde 1926, nach der deutsch-französischen Verständigung in den Locarnoverträgen, in den Völkerbund aufgenommen, trat aber 1933 wieder aus. Auch Japan erklärte 1933 seinen Austritt, nachdem der Völkerbund den japanischen Angriff auf China und die Besetzung der Mandschurei verurteilt hatte. Bedingt durch diese Austritte sowie das Scheitern der 1932 aufgenommenen Abrüstungsverhandlungen schwand das internationale Ansehen des Völkerbundes im Lauf der dreißiger Jahre. Der aggressiven Expansionspolitik Deutschlands, Italiens und Japans hatte der Völkerbund nichts entgegenzusetzen. Die Sanktionen, die der Völkerbund gegen Italien nach dessen Angriff auf Äthiopien (1935) beschloss, blieben wirkungslos; 1937 trat Italien aus dem Völkerbund aus. Die Wiederbewaffnung des Rheinlandes, den Anschluss Österreichs, die Annexion der Tschechoslowakei, den deutschen Angriff auf Polen und somit den 2. Weltkrieg konnte der Völkerbund nicht verhindern. Die UdSSR, seit 1934 Mitglied des Völkerbundes, wurde 1939 nach ihrem Angriff auf Finnland ausgeschlossen. 1940 wurde das Sekretariat in Genf auf ein Minimum reduziert, einige Dienststellen wurden nach Kanada und in die USA verlegt.
1946 beschloss der Völkerbund seine Auflösung; sein Kapital und seine Organisationsstrukturen gingen in den Vereinten Nationen auf.