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Beryllium
1. Einleitung

Beryllium, Symbol Be, graues, sprödes metallisches Element mit der Ordnungszahl 4, das nach seinem Hauptmineral Beryll, einem Aluminiumberylliumsilicat, benannt wurde. Entdeckt wurde es 1797 von dem französischen Chemiker Louis Nicolas Vauquelin als Berylliumoxid. 1828 isolierten unabhängig voneinander Friedrich Wöhler und Antonine Bussy das Element in reiner Form. Da dessen lösliche Verbindungen süß schmecken, nannte Bussy das neu entdeckte Element zuerst Glucinium, was von Glucose abgeleitet wurde.

2. Eigenschaften und Vorkommen

Beryllium gehört zu den Erdalkalimetallen. Man findet es bei den in der Erdkruste vorkommenden Elementen an 51. Stelle. Seine relative Molekülmasse beträgt 9,012. Beryllium schmilzt bei circa 1 287 °C, siedet bei circa 3 000 °C und besitzt ein relative Dichte von 1,85 Gramm pro Kubikzentimeter. Beryllium verfügt pro Masseeinheit über eine große Festigkeit. An der Luft läuft es leicht an und wird mit einer dünnen Oxidschicht bedeckt. Auf diese Oxidschicht ist es auch zurückzuführen, dass man mit Beryllium Glas ritzen kann. Berylliumverbindungen sind gewöhnlich weiß (die Lösungen farblos). In ihren chemischen Eigenschaften ähneln sie stark den entsprechenden Aluminiumverbindungen. Aus diesem Grund lässt sich auch Aluminium, das in Berylliumerzen immer mit zugegen ist, nur schwer von diesem abtrennen.

3. Verwendung

Legierungen mit Beryllium besitzen oft eine hohe Wärmebeständigkeit und bessere Isoliereigenschaften. Sie sind widerstandsfähiger gegenüber Korrosion, härter und lassen sich besser gießen. Viele Bauteile in Überschallflugzeugen sind aus Berylliumlegierungen hergestellt, weil sie leicht, hart und formbeständig sind. Weitere Anwendungszwecke ergeben sich aus den nichtmagnetischen, nichtentzündlichen und leitenden Eigenschaften von Beryllium. Es findet breite Verwendung beim so genannten Multiplexverfahren. Bei hochreinen Miniaturbausteinen, die Beryllium enthalten, kann ein einzelner Draht hunderte von elektronischen Signalen übertragen.

Reines Beryllium eignet sich als Fenstermaterial für Röntgenröhren, denn es ist durchlässig für Röntgenstrahlen. Beryllium und sein Oxid werden bei der Erzeugung von Kernenergie als Bremsmaterial in der Spaltzone des Kernreaktors eingesetzt. Diese Materialien können Neutronen abbremsen.

Obwohl Produkte aus Beryllium in Gebrauch und Umgang sicher sind, treten bei der Herstellung extrem giftiger Rauch und Staub auf. Es ist äußerste Vorsicht geboten, damit auch nicht geringste Mengen eingeatmet oder verschluckt werden. Für Personen, die mit Berylliumoxid arbeiten, wurden spezielle Abzüge (Entlüftung) entwickelt.

Beryllium und seine Oxide werden in verstärktem Maße in der Industrie genutzt. Sie finden in Computern, in der Lasertechnik, in Fernsehern, in ozeanographischen Geräten und in kugelsicheren Westen (siehe Panzerung) Verwendung. Nach wie vor wird Beryllium außerdem für Flugzeugbauteile und Röntgenröhren eingesetzt.