| Indische Kunst und Architektur | Artikelansicht | ||||
| Klicken Sie im Menü Datei auf Drucken, um die Informationen zu drucken. | |||||
| 3. | Religiöser Hintergrund |
| 1. | Hinduismus, Buddhismus |
Die Kunst Indiens wird nur begreiflich und bewertbar im Kontext der weltanschaulichen, ästhetischen und rituellen Gepflogenheiten der buddhistisch-hinduistischen Kultur. Der größte Teil dessen, was uns aus den vielen Jahrhunderten Kunstgeschichte überliefert wird, ist religiöse Kunst. Die Auftraggeber dieser Kunstwerke, Könige, Händler oder Mönchsorden, ließen diese Kunstwerke mit zumeist eindeutigen religiösen Maßgaben anfertigen.
In diesem Zusammenhang ist es erstaunlich, wie viele weltlich-alltägliche Motive in die Kunst eingeflossen sind. Das Spektrum der Themen reicht von lustigen, dramatischen oder erotischen Alltagsgeschichten über die Heldentaten der Götter bis hin zu Asketentum und Weltentsagung. Offenbar besaßen die Künstler eine große Unabhängigkeit gegenüber ihren Auftraggebern.
In vielen buddhistischen und hinduistischen Werken findet sich dennoch oft ein sittlich-belehrender Unterton. Immer ist es der rechte Weg zur Erlösung, auf den die Menschen mit guten und schlechten Beispielen hingewiesen werden sollen. Diese Werke wurden deshalb auch bei der Prinzenerziehung herangezogen.
| 2. | Islam |
Eine deutliche Veränderung religiöser Inhalte der Kunst trat in der Zeit ein, als der Islam die vorherrschende religiöse Kraft in Indien wurde. Der Islam verbietet die Darstellung des menschlichen Körpers im religiösen Zusammenhang, und so gelangten geometrische Muster zur vollen Blüte, die nun von den Moguln als wichtigstes gestalterisches Element in Architektur, Malerei und dekorativer Kunst gefördert wurden (siehe islamische Kunst und Architektur).
| 3. | Schulen, Stile, Künstler |
Die Herstellung von Kunstwerken war im alten Indien eine eigene Wissenschaft (shilpashastra), die in mehreren Schulen gepflegt wurde. Diese Schulen prägten die unterschiedlichen Stilrichtungen in Tempelbau, Plastik und Malerei. Am augenscheinlichsten wird der Unterschied, wenn es um nord- und südindische Traditionen geht. Bis zum Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. entwickelten sich beide Traditionen nahezu unabhängig voneinander. Späterhin gab es einen großen Einfluss nordindischer Kunst und Architektur auf die südindischen Schulen. Dennoch bleiben viele typische Eigenarten der südindischen Kunst, größtenteils aus der Tradition der Chola-Reiche, bis heute erhalten.
Über die individuellen Künstler ist in der Regel nichts bekannt. Dies erklärt sich aus der Entwicklung der indischen Kunst in einzelnen Schulen. Die Person des Architekten oder Bildhauers tritt hinter der Bedeutung der Schule, zu der er gehörte, zurück. Erst im 2. Jahrtausend n. Chr. werden einzelne Künstler- und Denkerpersönlichkeiten genauer fassbar. Diese Individualisierung ist in hohem Maße auf die Einflüsse fremder Kulturen zurückzuführen. Erst die islamischen Eroberung Indiens, vor allem aber die britische Fremdherrschaft hat zu einer solchen Beachtung des Individuums geführt.