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| 3. | Kolonien |
Manche Steinkorallen leben als einzelne Polypen, aber die Mehrzahl lebt in Kolonien. Die Polypen der Kolonien weisen im Mittel einen Durchmesser von ein bis drei Millimetern auf. Sie sind seitlich durch Röhren miteinander verbunden, die Auswüchse des Gastralraumes des Polypen sind; die Kolonie wächst durch ungeschlechtliche Knospung an der Basis oder an der Mundscheibe der Polypen. Lebende Polypen bauen auf den Ablagerungen ihrer Vorgänger auf; das große Spektrum an verzweigten oder massiven Formen, das daraus hervorgeht, hängt von der jeweiligen Art ab. Erst seit Mitte der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts weiß man, dass Korallen sich auch sexuell fortpflanzen können: Einmal im Jahr erzeugen Korallen Eizellen und Spermien, die zu Milliarden ins Wasser entlassen werden.
Korallenkolonien können in tiefem Wasser wachsen, aber Riffe bildende Korallen findet man nur in flachen Meeren. Sie kommen nicht tiefer vor, als das Licht vordringt, denn die symbiotischen, als Zooxanthellen bezeichneten Algen, die in ihren Geweben leben, brauchen das Licht zur Photosynthese, und die Korallen können ohne die Algen nicht existieren. Die Alge liefert der Koralle Kohlenstoff und damit Energie; die von der Koralle gefangene Nahrung kann beide Organismen mit Stickstoff und Phosphor versorgen. Die Abhängigkeit der Korallen von den Algen variiert vermutlich je nach Art und Ort. Steinkorallen leisten die Hauptbeiträge zu einem Riff, aber auch andere Lebewesen wie Hydrozoen, Kalkalgen, Weichtiere und Schwämme haben ihren Anteil. Wie Forscher der Universität Bremen 2001 in der Zeitschrift Nature berichteten, liefern Schwämme den Korallen in Felsspalten des Roten Meeres zusätzliche Nährstoffe: Schwämme scheiden nach der Nahrungsaufnahme Phosphate und Ammonium aus, die Korallen als Nährstoffe nutzen. 1998 wurde über das großflächige Absterben von Korallen im Großen Barrierriff in Australien berichtet; Ursache ist offensichtlich eine mit der globalen Erwärmung oder dem Wetterphänomen El Niño zusammenhängende Zunahme der Wassertemperatur. Ein Korallensterben in der Karibik hängt nach einem 2002 in den Proceedings of the National Academy of Sciences erschienenen Bericht US-amerikanischer Forscher damit zusammen, dass sich das Bakterium Serratia marcescens aufgrund der Klimaerwärmung stark vermehrt und Korallenpolypen schädigt.