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Mongolen

Mongolen, Völkergruppe in Zentralasien. Die Mongolen leben in der Mongolei („Äußere Mongolei”) und in der Inneren Mongolei, einer autonomen Region Chinas, sowie im südlichen Sibirien in Russland.

Ihre Sprachen gehören zur Gruppe der altaischen Sprachen. Man unterscheidet einen östlichen und einen westlichen Zweig: Zum östlichen Zweig gehören die Chalcha (auch Khalka) mit einem Anteil von 80 Prozent die größte Volksgruppe der Mongolen, und die vor allem am Baikalsee im südlichen Sibirien lebenden Burjaten; zum westlichen Zweig zählen die Dörbet, Torguten, Ölöten (auch Oleten), Oiraten (auch Dsungaren) und Kalmücken, dieser Zweig macht etwa 7 Prozent der Mongolen aus.

Vermutlich waren die Mongolen zunächst nur ein lockerer Zusammenschluss von Völkern, bis sie von Dschingis Khan zu Beginn des 13. Jahrhunderts vereinigt wurden. Zuvor wurde der Begriff Mongole nur auf einen Nomadenstamm am oberen Amur verwendet. Unter der Herrschaft Dschingis Khans schufen die Mongolen eine mächtige Armee, die westwärts nach Europa und ostwärts nach China vordrang. Das Reich der Mongolen erstreckte sich über große Teile Chinas, Ostasiens, Russlands, Irans und der Türkei; flächenmäßig war es das größte Reich der Weltgeschichte. Doch schon unter Dschingis Khans Söhnen zerfiel es ebenso schnell wie es sich gebildet hatte.

Die Schriftsprache der Mongolen, das Mongolische, wurde bereits im 11. Jahrhundert oder vielleicht sogar schon früher entwickelt. 1941 wurde das kyrillische Alphabet eingeführt, aber seit 1993 ist das mongolische Alphabet wieder in Gebrauch.

Heute gibt es über drei Millionen Mongolen. Die meisten sind Anhänger des seit Ende des 16. Jahrhunderts eingeführten Buddhismus in seiner Sonderform des Lamaismus, aber auch der ältere Schamanismus ist noch verbreitet. Typisch ist die Vermischung beider Glaubensformen. Das Gesellschaftssystem basiert auf patrilinear organisierten Clans; Mitglieder desselben Clans dürfen untereinander nicht heiraten.

Die Mongolen leben weitgehend nomadisch. Um neue Weidegründe erschließen zu können, unternehmen sie mit ihren Herden regelmäßige Wanderungen. Die schnell auf- und abbaubare Jurte (mongolisch Ger), ein rundes Zelt mit Filzbedeckung, dient ihnen als Unterkunft. Hauptnahrungsmittel sind Fleisch und vor allem im Sommer vielfältige Milchprodukte. Von geringerer Bedeutung sind Ackerbau, das Sammeln von Pflanzen und die Jagd auf Pelztiere.

Pferde, Schafe, Ziegen, Rinder, Kamele sind die klassischen Nutztiere der Mongolen, hinzu kommt in den Hochgebirgsregionen der Yak. Das Pferd besitzt traditionell eine ganz besondere Bedeutung und wird in zahllosen Liedern und Erzählungen besungen. Es dient nicht nur als unentbehrliches Reittier, sondern liefert auch Milch, die zu Kumys vergoren wird. Auch die anderen Nutztiere liefern Milch, die zu einer breiten Palette von Käseprodukten verarbeitet wird, das Schaf Wolle, Ziegen und Kamele Haare, Schafe und Rinder Fleisch. Rinder und Kamele dienen als Last- und Zugtiere.

Die nomadische Lebensweise der Mongolen ist sehr stark von den natürlichen Umweltbedingungen abhängig. Tierseuchen und Naturkatastrophen wie sommerliche Dürre, winterliche Tiefsttemperaturen oder zu hoher Schneefall können verheerende Folgen nach sich ziehen. So führte das Zusammentreffen einer Dürre und einer Mäuseplage im Sommer 1999 und einer extremen Kälte bis -47 °C im darauf folgenden Winter zu einem Massentiersterben, dem allein in der Mongolei fast zwei Millionen Tiere (bei einem Gesamtbestand von 33,5 Millionen Nutztieren) zum Opfer fielen und das zu einer bedrohlichen Nahrungsmittelknappheit führte. Problematisch ist in diesem Zusammenhang auch die vermehrte Haltung von Kaschmirziegen, deren Haare auf dem Exportmarkt hohe Preise erzielen, die aber die Weiden überproportional beanspruchen.