Holz
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Holz
2. Maserung und Struktur

Die typischen Muster, Maserung genannt, die man bei allen Holzarten findet, sind auf die Struktur des Holzes zurückzuführen. Einen wesentlichen Bestandteil des Holzstammes bilden feine Gefäße (Tracheiden) oder größere Röhren (Tracheen). Beide dienen zum Transport von Wasser und der darin gelösten Nährsalze zu den Wurzeln und Blättern. Wird das Holz parallel zur Achse des Stammes geschnitten, erhält man normalerweise geradfaseriges Bauholz. Bei manchen Bäumen verlaufen die Gefäße jedoch spiralförmig, d. h., sie drehen sich schraubenartig nach oben. Solche Bäume liefern Holz quer zur Faserrichtung, das man auch erhält, wenn man Bäume mit normalem Gefäßverlauf nicht parallel zur Achse des Stammes schneidet.

Viele Holzarten haben Jahresringe. Der einzige Teil des Stammes, der für das Dickenwachstum verantwortlich ist, ist das Kambium, eine dünne Schicht, die den Stamm vollständig umgibt. Bei Bäumen in der gemäßigten Klimazone bildet das Kambium im Frühling und Sommer neues Holz, und bei den meisten Bäumen ist das Frühholz weitporiger und deshalb farblich heller als das dünnporige, dickwandige Spätholz, das später in der gleichen Saison gebildet wird. So wächst der Stamm jedes Jahr um einen neuen Jahresring in die Breite, der durch die scharfe Trennlinie zwischen Spätholz des alten Jahres und Frühholz des neuen Jahres begrenzt wird. Bei tropischen Hölzern, die unter ganzjährig gleichmäßigen Bedingungen entstehen, gibt es dagegen keine Jahresringe.

Zwar ist die dünne Kambiumschicht der einzige Teil des Baumes, der lebendig ist – in dem Sinne, dass er am aktiven Wachstum beteiligt ist –, aber lebende Zellen sind auch zwischen den Xylemzellen des Splintholzes verstreut. Wenn die Bäume jedoch älter werden, stirbt der innere Kern des Stammes vollständig ab. Die Gänge werden mit Harzen, Gerbsäuren oder Kieselsäuren ausgefüllt. Bei anderen Baumarten unterbleibt dagegen die Verkernung, sie werden daher im Alter oft im Innern hohl. Diesen Mittelteil des Stammes nennt man Kernholz. Die Veränderungen im Inneren werden begleitet von Farbveränderungen, die typisch für die Baumart sind, so dass das Kernholz in der Regel dunkler oder anders gefärbt ist als das Splintholz.