| Bernstein | Artikelansicht | ||||
| Klicken Sie im Menü Datei auf Drucken, um die Informationen zu drucken. | |||||
| 2. | Eigenschaften und Entstehung |
Bernstein ist kein Gestein, sondern ein Gemisch verschiedener Harze und setzt sich chemisch im Durchschnitt aus 78 Prozent Kohlenstoff, 11,7 Prozent Sauerstoff, 9,9 Prozent Wasserstoff und 0,4 Prozent Schwefel zusammen. In der Natur kommt er meist in Form unregelmäßiger, wenige Zentimeter großer Knollen vor, aber auch Stücke von bis zu zehn Kilogramm wurden schon gefunden. Bernstein ist amorph und nach dem Polieren mehr oder weniger durchsichtig und weist einen Fett- oder Harzglanz auf; Risse oder eingeschlossene Gasbläschen können ihn bis zur Undurchsichtigkeit trüben. Bernstein zeigt ein großes Spektrum an Farben, meist Gelb mit Varianten in Richtung Braun, zum Teil erscheint er auch rötlich, selten bläulich; die Tönung reicht von sehr hell bis sehr dunkel.
Die Dichte von Bernstein beträgt 1,05 bis 1,3 Gramm pro Kubikzentimeter; er schwimmt auf konzentrierter Kochsalzlösung. Neben der auffallend geringen Dichte ist seine geringe Härte von 2 bis 2,5 ein einfaches Unterscheidungsmerkmal gegenüber ähnlich aussehenden Strandgeröllen wie Quarzit. So lässt sich Bernstein teilweise mit dem Fingernagel, auf jeden Fall aber mit einer Kupfermünze ritzen. Daneben gibt es weitere auffallende Bestimmungsmerkmale: Bernstein verbrennt mit einem harzigen Geruch, der an Weihrauch erinnert, und er lädt sich durch Reiben an Wolle elektrostatisch auf und zieht dann Papierschnipsel oder kleine Federn an.
Die Harze, aus denen Bernstein entstanden ist, sind chemisch gesehen Terpenderivate, deren Moleküle im Lauf der Zeit zu Kopal (siehe Harze) polymerisiert sind. Kopal ist im Prinzip eine Art Zwischenstadium zwischen Harz und Bernstein. Damit Kopal in Bernstein übergehen kann, muss er luftdicht, z. B. von einem Sediment, eingeschlossen werden, andernfalls verwittert und zerfällt er relativ schnell.