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| 2. | Geschichte des Gesundbetens |
Auch die Griechen und Römern kannten das Gesundbeten. In Griechenland brachte man die Kranken in einen Tempel, der Asklepios, dem griechischen Gott der Heilkunst, geweiht war. Man glaubte, während die Kranken schliefen, erscheine Asklepios in ihren Träumen, um sie zu heilen oder ihnen Ratschläge zur Behandlung ihrer Krankheit zu geben. Im Gegensatz dazu wird im Alten Testament das Gesundbeten kaum erwähnt. Einer der wenigen Hinweise findet sich in 2. Könige 5, 1-14, wo Elisa den Naëman von seinem Aussatz durch eine rituelle Waschung im Jordan heilt. Im Neuen Testament befinden sich viele Beispiele für das Gesundbeten. In den Geschichten über die Wunderheilungen Jesu wird Krankheit als Zeichen für die Anwesenheit böser Geister angesehen, und die Heilkraft Jesu gilt als Beweis dafür, dass das Reich Gottes in seiner Person angebrochen ist.
Der Apostel Paulus hielt das Heilen für eine besondere Gabe des Geistes (siehe 1. Korinther 12, 9). Der Glaube an die heilenden Kräfte geweihter Reliquien war in der Geschichte der christlichen Kirche weit verbreitet.