Welthandel
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Welthandel
2. Theoretische Begründung des Außenhandels

In der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung wurden verschiedene Ansätze entwickelt, welche die Existenz und Vorteilhaftigkeit von Außenhandel theoretisch begründen. Das grundlegende Argument für Außenhandel ist die so genannte Nichtverfügbarkeit von Gütern: Da Volkswirtschaften in der Regel nicht alle benötigten Güter selbst produzieren können, also nicht wirtschaftlich autark sind, sind sie auf den Austausch mit anderen Ländern angewiesen. Die Herstellung von Gütern in ausreichender Menge oder Qualität ist dabei nicht nur aufgrund klimatischer oder geologischer Bedingungen eingeschränkt, sondern kann auch durch einen technologischen Entwicklungsrückstand oder die zeitweilige Auslastung der inländischen Produktionskapazitäten, beispielsweise während einer Boomphase, bedingt sein.

Des Weiteren wird die Vorteilhaftigkeit des Außenhandels mit unterschiedlicher Produktivität und Faktorausstattung in den einzelnen Ländern begründet. Nach dem Theorem der absoluten Kostenvorteile von Adam Smith, auf dem die Außenhandelstheorie aufbaut, kommt es zu Wohlfahrtssteigerung, wenn sich ein Land auf die Produktion der Güter spezialisiert, die es günstiger als andere Länder herstellen kann, und die anderen Güter importiert (siehe Freihandel). Das Theorem der komparativen Kostenvorteile baut auf diesen Überlegungen auf: Seinem Begründer David Ricardo gelang es nachzuweisen, dass Außenhandel auch dann sinnvoll für ein Land ist, wenn es alle Güter zu geringeren Kosten produzieren kann als das Ausland. Es spezialisiert sich auf die Produktion jenes Gutes, bei dem es den größten Kostenvorteil hat, und überlässt die Herstellung jener Güter, bei denen es einen geringeren Kostenvorteil hat, anderen Ländern. Für das Zustandekommen solcher Produktivitätsunterschiede sind örtliche Ressourcenvorkommen, Standortbedingungen und technologische Entwicklung von Bedeutung; in der neueren Theoriebildung werden auch nationale Nachfragepräferenzen und die Ausstattung mit Kapital sowie mit hoch und gering qualifizierten Arbeitskräften einbezogen.

Insgesamt geht die Außenhandelstheorie davon aus, dass internationaler Handel für alle Beteiligten wohlfahrtssteigernde Wirkungen hat. Um diese tatsächlich zu realisieren, dürfen die einzelnen Staaten den freien Welthandel jedoch nicht durch protektionistische Maßnahmen behindern.