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| 4. | Voraussetzungen für die Anwendung von Arzneimitteln |
Man unterscheidet rezeptpflichtige Präparate, die nur auf ärztliche Verschreibung hin verkauft werden dürfen, von rezeptfreien, die zur Behandlung geringerer oder vorübergehender Beschwerden in der Apotheke ohne Verschreibung erhältlich sind. Bei der Verschreibung eines Arzneimittels muss vom Arzt überprüft werden, ob der Patient bereits andere Medikamente einnimmt; dies betrifft auch rezeptfreie Mittel. Viele Arzneimittel haben ein unterschiedlich breites Wirkungsspektrum und bedingen Nebenwirkungen oder rufen Wechselwirkungen mit bestimmten anderen Medikamenten hervor. Solche Wechselwirkungen können die Wirkung eines Medikaments stark beeinflussen oder aufheben.
Vor jeder medikamentösen Behandlung sollte das Verhältnis von Nutzen und Risiko der Anwendung in Erwägung gezogen werden. Das Antibiotikum Gentamicin beispielsweise, ein Streptomycinderivat, kann Nierenschäden verursachen. Aus diesem Grunde wird es mit großer Vorsicht verabreicht, wenn eine höhere Dosierung erforderlich ist. Niridazol ist ein wirksames Medikament gegen Schistosomiasis. Da es jedoch Krebs verursachen kann, wird es in der Regel nur bei einer schweren Infektion angewendet.
Ein wichtiger Faktor für die Wirkung vieler Arzneimittel ist die Bestimmung und Überwachung des Blutspiegels, der Konzentration der künstlich zugesetzten Stoffe im Blut. Bei einigen Medikamenten, beispielsweise Antiepileptika, besteht ein sehr geringer Unterschied zwischen der therapeutischen und der toxischen (giftigen) Dosis, so dass die Blutwerte genau verfolgt werden müssen. Auch beim Einsatz des Antikoagulans Heparin, eines Mittels zur Hemmung der Blutgerinnung, muss die Dosierung genauestens auf die gemessenen Blutwerte abgestimmt werden.
Siehe auch Arzneimittelabhängigkeit