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Madeira

Madeira, Inselgruppe im östlichen Atlantischen Ozean, die seit 1976 eine autonome Region Portugals bildet. Der Archipel umfasst die Hauptinsel Madeira (mit der Regionshauptstadt Funchal), die nordöstlich davon gelegene Insel Porto Santo sowie drei südöstlich der Hauptinsel gelegene kleine Eilande.

Die Gesamtfläche der Inselgruppe beträgt 791 Quadratkilometer, auf die Insel Madeira entfallen davon allein 740 Quadratkilometer. Alle Inseln sind gebirgig und entstanden – wie auch die südöstlich gelegenen Kanarischen Inseln – durch starke vulkanische Aktivität. Die höchste Erhebung ist der Pico Ruivo de Santana (1 862 Meter über dem Meeresspiegel). Die Küsten sind überwiegend steil, nur wenige Sandbuchten sind entwickelt. Die Inseln stehen den überwiegenden Teil des Jahres unter dem Einfluss des Nordostpassats. Auf den Leeseiten werden Jahresniederschläge von bis zu 3 000 Millimetern erreicht, auf den windabgewandten Süd- und Südwestseiten lediglich 500 bis 600 Millimeter. Die mittleren Temperaturen von Funchal liegen im Januar um 16 °C, im Juli, dem wärmsten Monat, bei nahezu 30 °C. Bedingt durch das milde Klima und die reichlichen Winterniederschläge ist die Vegetation üppig, sie umfasst eine Vielzahl subtropischer und tropischer Arten. Eine Besonderheit ist der Lorbeerwald „Laurisilva”, der 1999 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurde.

Die Einwohnerzahl beträgt etwa 300 000, bewohnt sind nur die Inseln Madeira und Porto Santo. Die hohe Bevölkerungsdichte von zeitweise mehr als 400 Einwohnern je Quadratkilometer führte in der Vergangenheit wiederholt zu Auswanderungswellen, vor allem nach Südamerika. Seit dem Beitritt Portugals zur Europäischen Union erfuhr Madeira eine günstige wirtschaftliche Entwicklung, was zur Rückkehr vieler ausgewanderter Bewohner führte. Der Fremdenverkehr ist ein wichtiger Wirtschaftszweig, bedeutendstes Exportprodukt ist Wein. Neben dem Weinbau spielt auch der Anbau von Bananen, Zuckerrohr, Getreide und Blumen eine herausragende Rolle. Wichtigster Produktionszweig ist die Herstellung von Nahrungs- und Genussmitteln (vor allem Zucker, Madeira-Wein und Obst). Auch der Fischfang ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.

Die Inselgruppe war bereits den Phöniziern bekannt, wurde Anfang des 15. Jahrhunderts von den Portugiesen neu entdeckt und im Auftrag Heinrichs des Seefahrers besiedelt. Die Hauptstadt Funchal wurde 1421 gegründet. Von 1580 bis 1640 standen die Inseln unter spanischer Herrschaft, zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren sie von Briten besetzt.