Hernán Cortés
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Hernán Cortés
3. Eroberung von Tenochtitlán

Nach Verhandlungen mit Moctezuma, der bemüht war, Cortés davon abzuhalten, in die Hauptstadt Tenochtitlán einzufallen, brach Cortés zu seinem Marsch ins Landesinnere auf. Er bezwang die Tlaxcalteken, welche sich dann mit ihm gegen ihre Feinde, die Azteken, verbündeten. Von diesem Zeitpunkt an bis zur vollständigen Eroberung waren die Tlaxcalteken von allen dortigen Stämmen die wichtigsten Verbündeten der Spanier.

Während des Eroberungszuges von Cortés verfolgte Moctezuma eine unentschlossene Politik. Schließlich entschied er, sich den spanischen Eindringlingen nicht entgegenzustellen und ihre Ankunft in der Hauptstadt der Azteken abzuwarten, um mehr über ihre Absichten zu erfahren. Am 8. November 1519 rückte Cortés mit seiner kleinen Truppe und etwa 600 verbündeten Einheimischen in die Hauptstadt ein. Aufgrund einer aztekischen Prophezeiung über die Rückkehr von Quetzalcoatl, einem hellhäutigen und bärtigen Gottkönig, wurde Cortés für einen Gott gehalten und mit Ehren empfangen.

Trotz des freundlichen Empfangs, der den Spaniern zuteilwurde, hatte Cortés Grund zur Annahme, dass man versuchen würde, ihn aus der Stadt zu treiben. Zu seinem Schutz ließ er Moctezuma als Geisel nehmen und zwang ihn, Karl I., dem König von Spanien, Treue zu schwören und eine riesige Menge an Gold und Edelsteinen als Lösegeld zu zahlen.

Velázquez entsandte in der Zwischenzeit eine Expedition nach Mexiko, die von dem spanischen Söldner Pánfilo de Narváez angeführt wurde. Im April 1520 erreichte Cortés die Nachricht, dass Narváez an der Küste angekommen war. Er ließ 200 Mann unter dem Kommando von Pedro de Alvarado in Tenochtitlán zurück und machte sich mit einer kleinen Truppe auf den Weg zur Küste. Er drang bei Nacht in das spanische Lager ein, nahm Narváez gefangen und brachte die Mehrzahl der Spanier dazu, sich seinen Gefolgsleuten anzuschließen.

Inzwischen hatte die rücksichtslose Herrschaft von Alvarado die Azteken in der Hauptstadt Tenochtitlán aufgebracht. Als Cortés in die Stadt zurückkehrte, war ein Aufstand der Azteken gegen die Spanier und ihren eigenen Herrscher Moctezuma im Gange. Bei diesem Aufstand wurde Moctezuma durch Steinwürfe getötet. Am 30. Juni 1520 in einer dunklen, regnerischen Nacht, der berühmten Noche Triste („Traurigen Nacht”), wurden die Spanier und ihre Verbündeten von den Azteken aus der Stadt vertrieben. Die Azteken verfolgten die sich zurückziehenden spanischen Truppen. Nachdem Cortés starke Verbände der Azteken besiegt hatte, erreichte er am 7. Juli 1520 schließlich Tlaxcala. Dort konnte er während des Sommers seine Armee neu formieren. Cortés begann seine Rückkehr nach Tenochtitlán, wobei er auf seinem Weg befindliche Vorposten der Azteken einnahm. Am 13. August 1521 fiel die Hauptstadt nach dreimonatiger Belagerung.

Cortés ließ die Stadt Tenochtitlán dem Erdboden gleichmachen, auf ihren Ruinen baute er Mexiko-Stadt auf. Es kamen Siedler aus Spanien, und die Stadt wurde zur wichtigsten europäischen Stadt in Amerika. Die weitere Entwicklung Mexikos durch Cortés war von entsetzlichen Grausamkeiten an der einheimischen Bevölkerung begleitet. Aufgrund der Popularität, die Cortés durch seine Eroberungen und die von ihm erbeuteten Reichtümer erlangte, wurde er 1522 zum Generalkapitän und zum Statthalter von Neuspanien ernannt.