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| 2. | Geschichte |
Das Aufkommen der Investmentfonds ist eng an das Entstehen von Geldvermögen in den modernen Industriegesellschaften gekoppelt. Entsprechende Vermögen entstanden in der Mitte des 19. Jahrhunderts im Zuge der Industrialisierung und der Kolonialisierung. Um das hier verdiente Geld möglichst risikoarm wieder anzulegen entstanden die ersten Investmentfonds. Als ältester Fonds gilt der Société Civil Genevoise d’emploi de Fonds aus der Schweiz, der 1849 entstand. Zu einer ersten Krise kam es beim Börsencrash 1890 in England. Da es bis dahin keine festen Regeln oder Vorschriften für die Anlage des Geldes der Investmentfonds gab, streuten viele Fonds die Gelder nicht ausreichend. Beim Börsencrash gerieten diese Unternehmen in Schwierigkeiten. In der Folge entstanden die ersten gesetzlichen Regelungen und die Investitionspolitik der Fonds wurde zurückhaltender.
In Deutschland gab es in den zwanziger Jahren die ersten Versuche, Investmentfonds am Markt zu etablieren, ein Vorhaben, dem aufgrund ungünstiger steuerlicher Rahmenbedingungen nur wenig Erfolg beschieden war. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die erste Kapitalanlagegesellschaft, die Allgemeine Deutsche Investmentgesellschaft (ADIG) 1949 in München gegründet. Der ADIFONDS, ein Aktienfonds, kam als erster Investmentfonds in der Bundesrepublik auf den Markt. 1958 folgte der erste offene Immobilienfonds und 1966 der erste Rentenfonds. Einen ersten Boom erlebten die Fonds in Deutschland in den sechziger Jahren. Nach einem Rückgang des Sparerinteresses setzte zwei Jahrzehnte später ein erneuter Boom ein, der Investmentfonds heute zu einer gängigen Anlageform für breite Bevölkerungsschichten erschlossen hat.