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Verstädterung |
Nach der Reconstruction der Südstaaten gegen Ende des 19. Jahrhunderts lösten die sich verschlechternden Lebensbedingungen für Afroamerikaner in diesen Staaten mehrere Abwanderungswellen Richtung Norden und Westen aus. Die Mehrheit dieser Migranten ließ sich an der Ostküste nieder. 1910 lebten noch 91 Prozent der Afroamerikaner im Süden, 1979 waren es lediglich 53 Prozent. Angezogen von den wirtschaftlichen Möglichkeiten lebten 1983 bereits drei Viertel aller Afroamerikaner in Städten, mehr als 80 Prozent von diesen in innerstädtischen Ghettos. Die neu ankommenden Afroamerikaner sahen sich Diskriminierungen und der Feindseligkeit weißer Arbeitnehmer ausgesetzt. Sie waren meist aus den Gewerkschaften der American Federation of Labour ausgeschlossen und sahen sich zunehmend der Konkurrenz europäischer Einwanderer auf dem Arbeitsmarkt gegenüber. Dennoch boten die anwachsenden afroamerikanischen Gemeinden ein breiteres Angebot an sozialen Einrichtungen und Bildungsmöglichkeiten, als dies im Süden der Fall gewesen war. In den Städten wuchsen bereits Anfang des 20. Jahrhunderts kritische afroamerikanische Akademiker, wie W. E. B. Du Bois, heran. Verschiedene afroamerikanische Protestbewegungen wie das All-Black African-American Council und das Niagara Movement oder die auch liberalen Weißen offenstehende National Association for the Advancement of Colored People (NAACP) entstanden.
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