Kreuzzüge
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Kreuzzüge
5. Saladin und der 3. Kreuzzug

Der Fehlschlag des 2. Kreuzzuges gab den muslimischen Fürsten weiteren Auftrieb. Saladin brachte 1171 Ägypten unter seine Herrschaft, anschließend Syrien und dehnte danach seinen Einflussbereich bis nach Mosul und Aleppo aus. Im Mai 1187 fiel er im Königreich Jerusalem ein, besiegte am 4. Juli die Europäer auf dem Berg Hattin, nahm die meisten Festungen der Kreuzritter im Königreich Jerusalem ein und am 2. Oktober 1187 schließlich auch die Stadt Jerusalem selbst. Als letzte ihrer großen Festungen war den Kreuzrittern Tyrus geblieben.

Die Niederlage am Hattin und der Fall Jerusalems waren ein Schock für das christliche Abendland. Am 29. Oktober 1187 rief Papst Gregor VIII. in einer Enzyklika zum 3. Kreuzzug auf. Der Aufruf wurde emphatisch begrüßt, und die drei bedeutendsten europäischen Monarchen leisteten ihm 1189 Folge: Kaiser Friedrich I. Barbarossa, der französische König Philipp II. Augustus und der englische König Richard I. Löwenherz. Zusammengenommen stellten sie das größte Kreuzfahreraufgebot seit 1096, aber das Ergebnis des Unternehmens war vergleichsweise mager. Friedrich nahm mit seinem deutschen Heer den Landweg; er ertrank 1190 beim Baden im Fluss Saleph an der Südküste Kleinasiens, woraufhin der größte Teil seines Heeres entmutigt nach Deutschland zurückkehrte und nur wenige Kreuzritter ins Heilige Land weiterzogen. Philipp und Richard kamen auf dem Seeweg ins Heilige Land. Nach langer Belagerung eroberten sie 1191 gemeinsam Akko, gerieten dann jedoch in Streit, woraufhin Philipp nach Frankreich zurückkehrte und der Kreuzzug praktisch ergebnislos beendet wurde. Richard konnte Saladin in einem Waffenstillstand lediglich die Erlaubnis zu Pilgerbesuchen in Jerusalem abringen; die Stadt selbst blieb in muslimischer Hand.

Eine gewisse Kontinuität im Heiligen Land stellten die mächtigen geistlichen Ritterorden sicher, die seit dem 1. Kreuzzug in Palästina entstanden waren. Sie waren in der Regel aus geistlichen Bruderschaften hervorgegangen, die sich ursprünglich der Pflege und Versorgung von Pilgern und Kranken gewidmet hatten, und entwickelten sich rasch zu gut organisierten, wohlhabenden und schlagkräftigen Orden, die zum Teil auch nach den Kreuzzügen noch eminente Bedeutung und Macht hatten. Die wichtigsten waren der Templerorden (gegründet 1119), der Johanniterorden (1155) und der Deutsche Orden (1198).