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| 3. | Demographische Daten und Messungen |
Regierungen sowie nationale und internationale Organisationen messen den genauen Untersuchungen der Bevölkerungen eine hohe Bedeutung bei. Dabei erfordert die genaue Beschreibung der gegenwärtigen und die Voraussage der zukünftigen Bevölkerung zuverlässige Angaben.
| 1. | Untersuchungsmethoden |
Volkszählungen und das Melderegister sind die wichtigsten Quellen demographischer Daten. Sie liefern das Rohmaterial für die Untersuchung der Ursachen und Folgen von Veränderungen in der Bevölkerung. Die am häufigsten benutzte Quelle ist die Volkszählung: die Erfassung aller Personen nach Alter und sozialen und wirtschaftlichen Merkmalen innerhalb eines bestimmten Gebiets zu einer bestimmten Zeit. Ein Melderegister ist ein ständiges Verzeichnis von Geburten, Todesfällen, Veränderungen des Wohnortes, Eheschließungen und Scheidungen, das von einer örtlichen Behörde geführt wird.
| 2. | Bevölkerungsmessungen |
Die Zahl der Geburten, Todesfälle, Einwanderer und Auswanderer über einen bestimmten Zeitraum hinweg bestimmt die Veränderungen der Größe einer Bevölkerung. Zu Vergleichszwecken werden diese veränderlichen Komponenten im Verhältnis zu 1 000 Einwohnern oder zur Gesamtbevölkerung ausgedrückt, um Geburtenrate, Sterberate, Migrationsrate und Bevölkerungswachstumsrate zu ermitteln. Diese Raten werden von der Alterszusammensetzung der Bevölkerung beeinflusst. So kann etwa eine sehr gesunde Bevölkerung, die jedoch einen relativ hohen prozentualen Anteil an alten Leuten hat, unter Umständen eine Sterberate haben, die der eines armen Landes mit einer überwiegend jungen Bevölkerung entspricht. Demographen verwenden daher oft Messungen, die frei von solchen Einflüssen des Alters und der Verteilung sind. Zwei solcher weit verbreiteter Messungen sind die Gesamtfruchtbarkeitsrate (englisch total fertility rate, TFR) und die Lebenserwartung bei der Geburt.
Die Gesamtfruchtbarkeitsrate bezieht sich auf die Anzahl der Kinder, die Frauen einer bestimmten Region durchschnittlich in ihrem Leben bekommen, sofern die gegenwärtige altersspezifische Geburtenrate während der fruchtbaren Jahre der Frau konstant bleibt. Länder mit hohen Gesamtfruchtbarkeitsraten (bis zu 7,9) gibt es in Ländern südlich der Sahara. In den Industrieländern liegt die TFR demgegenüber durchschnittlich bei 1,6. Eine Fruchtbarkeit auf einem ersetzenden Niveau (das Niveau, auf dem jede Person durchschnittlich in der nächsten Generation nur einen einzigen Nachfolger hat) entspricht bei einer niedrigen Sterblichkeitsziffer einer TFR von etwa 2,1.
Die Lebenserwartung bei der Geburt ist die durchschnittliche Lebensdauer eines Neugeborenen unter Berücksichtigung der heutigen Sterberaten. Unter den gesundheitlichen Bedingungen der Industrieländer betrug die Lebenserwartung 2006 durchschnittlich 77 Jahre.
Eine wichtige Messziffer der Sterblichkeit ist die Säuglingssterblichkeitsrate. Das ist die Wahrscheinlichkeit des Todes während des ersten Lebensjahres, die als Zahl pro 1 000 Geburten im betreffenden Kalenderjahr angegeben wird. Viele Entwicklungsländer haben Säuglingssterblichkeitsraten von mehr als 100 pro 1 000, was bedeutet, dass etwa jedes zehnte Kind das zweite Lebensjahr nicht erreicht. In Ländern mit gut funktionierenden Gesundheits- und Bildungssystemen liegt die Säuglingssterblichkeitsrate ungleich niedriger, in den Industrieländern beispielsweise bei 6 pro 1 000.