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| 3. | Fortpflanzung |
Alle Säugetiere pflanzen sich sexuell fort. Es gibt zwei Möglichkeiten einer Begattung: Bei den primitiven Säugetieren (Kloakentieren) münden Exkretions- und Genitalorgane in eine gemeinsame Öffnung, die Kloake. Der Transfer der Geschlechtszellen vom Männchen zum Weibchen erfolgt durch das Aneinanderpressen der Kloaken. Die Kloakentiere legen Eier, die mit einer ledrigen Schale und einem großen Eidotter ausgestattet sind. Alle anderen Säugetiere übertragen die Spermien durch Kopulation. Nach der Befruchtung im Körperinneren findet die Entwicklung der Embryonen in der Regel vollständig im Mutterleib statt. Bei den Beuteltieren dauert diese Phase nur 8 bis 15 Tage; der größte Teil der Embryonalentwicklung (maximal sieben Monate) findet nach der Geburt im Beutel des Muttertieres statt.
Bei höheren Säugetieren (Plazentatieren) kann die Tragzeit bis 22 Monate (bei Elefanten) dauern. Die Jungen werden währenddessen durch ein spezielles Nährgewebe, die Plazenta, innerhalb der Gebärmutter versorgt. Die verlängerte Tragzeit wird häufig als ein entscheidender evolutionärer Vorteil der Plazentatiere gegenüber den niederen Säugern gesehen, weil die Versorgung der Jungen im Mutterleib bis zu einer gewissen Reife als beste Methode gilt, das Überleben des Nachwuchses zu sichern. Die Wurfgröße schwankt wie die Zahl der Zitzen meist zwischen zwei und acht; viele Säugetiere bringen nur ein einziges Junges zur Welt, einige aber auch mehr als zehn (z. B. Nacktmulle). Vor allem Kleinsäuger wie Hasentiere, Wühlmäuse und Spitzmäuse haben oft mehrere Würfe pro Jahr. Bei keinem Säugetier sind die Jungen nach der Geburt weit genug entwickelt, als dass sie eigenständig überleben könnten; sie müssen noch eine gewisse Zeit betreut werden. Die Brutpflege übernimmt hauptsächlich die Mutter. Entwöhnt werden die Jungtiere nach einem Zeitraum, der je nach Art 20 Tage bis vier Jahre dauern kann. Die Geschlechtsreife wird frühestens mit einem Monat und spätestens mit acht Jahren erreicht.