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Hermetische Literatur, Sammlung von metaphysischen Abhandlungen und Dialogen, die zwischen der Mitte des 1. und dem 4. Jahrhundert unserer Zeitrechnung verfasst worden sein sollen und angeblich Offenbarungen des ägyptischen Weisheitsgottes Thot sind. Als wahrscheinlicher Autor gilt Hermes Trismegistos. Ein Großteil der in Griechisch und Lateinisch geschriebenen Sammlung beschäftigt sich mit der Alchimie, Astrologie und Magie (Zauberei) und stellt Glaubensvorstellungen und Ideen dar, welche im frührömischen Reich vorherrschend waren. Die 17 Traktate des Corpus Hermeticum behandeln theologische und philosophische Fragen; ihr zentrales Thema ist die Wiedergeburt und Vergöttlichung der Menschen durch Kenntnis von dem einen transzendenten Gott. Obwohl der Hintergrund der Sammlung ägyptisch ist, ist seine philosophische Orientierung griechisch (platonisch).
Die Sammlung übte einen starken Einfluss auf die christliche Gnosis und den europäischen Humanismus aus.