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| 1. | Einleitung |
Hongkong, seit dem 1. Juli 1997 offiziell Sonderverwaltungsregion Hongkong der Volksrepublik China, englisch Hong Kong Special Administrative Region of the People’s Republic of China, kurz: Hong Kong SAR, chinesisches Verwaltungsgebiet am Südchinesischen Meer. Hongkong liegt auf einer Halbinsel mit zahlreichen vorgelagerten Inseln. Die Fläche beträgt 1 092 Quadratkilometer. Trotz der geringen Größe spielt Hongkong in der Weltwirtschaft eine bedeutende Rolle.
| 2. | Physische Geographie |
Hongkong kann in drei Hauptgebiete unterteilt werden: die Insel Hongkong, die etwa 18 Kilometer lang und bis zu acht Kilometer breit ist und eine Fläche von 80 Quadratkilometern umfasst, inklusive der sie umgebenden kleineren Inseln; die Halbinsel Kowloon und die Stonecutters-Insel, die zusammen eine Fläche von zehn Quadratkilometern haben; die New Territories, die hauptsächlich aus einem großen Festlandsgebiet und der Insel Lantau bestehen und die restliche Landfläche einnehmen. Hongkong liegt im Bereich des Deltas des Flusses Zhu Jiang (Perlfluss). Ein großer Teil von Hongkong ist hügelig; die höchste Erhebung ist mit 957 Metern der Tai Mo Shan in den New Territories, gefolgt vom Lantau Peak auf der Insel Lantau, der eine Höhe von 934 Metern aufweist. Beträchtliche Flächen kamen durch Landgewinnung hinzu. Ein ernstes Problem ist der Trinkwassermangel: Der größte Teil der Versorgung wird über China abgewickelt.
| 1. | Klima |
Hongkong weist ein semihumides tropisches Klima auf. Großen Einfluss hat der Südwestmonsun, der zwischen Mai und August für eine ausgeprägte Regenzeit sorgt. Die Winter sind relativ mild. Die mittlere Jahrestemperatur liegt bei 22,2 °C, die mittleren Monatstemperaturen reichen von 15 °C im Februar bis zu 27,8 °C im Juli. Der mittlere Jahresniederschlag liegt bei 2 200 Millimetern. Im Sommer treten häufig Taifune auf.
| 2. | Flora und Fauna |
Nur etwa 12 Prozent der Fläche Hongkongs sind bewaldet, und zwar überwiegend mit Nadelhölzern; auf der Insel Hongkong wurde ein immergrüner Laubwald als Sekundärwald aufgeforstet. An den Küsten gedeihen Mangroven. Die kleinen Flächen fruchtbaren Bodens konzentrieren sich in der Nähe der Deep Bay im festländischen Teil der New Territories. In Hongkong gibt es nur wenige große Wildtiere, dagegen finden Affen in mehreren Gebieten geeigneten Lebensraum. Es gibt kleine Populationen von Füchsen und Zibetkatzen. Vögel, Echsen, Frösche und Kleinsäuger kommen in großer Individuenzahl vor.
| 3. | Bevölkerung |
Die Bevölkerung Hongkongs besteht zu 95 Prozent aus Chinesen, die restliche Bevölkerung setzt sich überwiegend aus Asiaten anderer Länder (z. B. aus den Philippinen und Indien) und Europäern (u. a. Portugiesen und Briten) zusammen. Etwa 90 Prozent der chinesischen Bevölkerung wurden entweder in Hongkong geboren oder stammen aus der angrenzenden chinesischen Provinz Guangdong; die übrigen wanderten überwiegend aus Shanghai, Taiwan, Fujian, Zhejiang und Jiangsu zu.
Hongkong hat etwa 7,02 Millionen Einwohner (2008). Die Bevölkerungsdichte liegt bei 6 736 Einwohnern pro Quadratkilometer. Da viele Bereiche nicht bewohnt sind, liegt der Wert teilweise wesentlich höher. Damit ist Hongkong eine der am dichtesten besiedelten Regionen der Welt. Übertroffen wird es von dem benachbarten Macao. Die mittlere Lebenserwartung liegt in Hongkong für Männer bei 79,1 Jahren und für Frauen bei 84,7 Jahren (2008); damit gehört sie zu den höchsten der Welt.
| 1. | Wichtige Städte |
Die Hauptstadt und das kulturelle Zentrum von Hongkong ist Victoria mit 1,1 Millionen Einwohnern. Die Stadt befindet sich an der Nordküste der Insel Hongkong. Größte Stadt mit rund 2,02 Millionen Einwohnern ist Kowloon mit dem neuen Stadtteil New Kowloon. Sie erstreckt sich von der Südspitze der Halbinsel aus nach Norden. Zwischen Kowloon und Victoria liegt der Meeresarm Victoria Harbour.
| 2. | Sprache |
Die Amtssprachen sind Chinesisch und Englisch. Straßenschilder, Telefonbücher und Regierungsunterlagen werden in beiden Sprachen erstellt. Die kantonesische Form der chinesischen Sprache ist die allgemein gesprochene Sprache; andere chinesische Dialekte wie Mandarin sind weit verbreitet. Englisch ist auch nach der Rückgabe der ehemaligen britischen Kronkolonie an China (1997) von großer Wichtigkeit.
| 3. | Religion |
Die Mehrheit der Bevölkerung praktiziert eine Mischreligion aus Elementen des Buddhismus, des Taoismus und des Konfuzianismus, wie sie in der Chinesischen Religion üblich ist. Die etwa 17 Prozent Christen sind je zur Hälfte Katholiken und Protestanten. Andere Glaubensrichtungen sind in jeweils kleineren Gruppen vertreten.
| 4. | Bildung und Kultur |
Die Kultur ist vor allem von China beeinflusst. Traditionelle Feste sind das Drachenbootfest im Herbst und das Chinesische Neujahrsfest. Durch seine Film- und Musikindustrie sowie Buch- und Zeitschriftenverlage ist Hongkong weltweit zu einer Quelle moderner chinesischer Volkskultur geworden. Durch die kantonesischen Opernensembles, den Kunsthandel und die alljährlichen Kunstmessen ist Hongkong außerdem ein Zentrum der traditionellen Künste.
| 1. | Bildung und Schulwesen |
Die Grund- und Mittelschulausbildung ist in Hongkong kostenlos, es besteht eine 9-jährige Schulpflicht (2002–2003). Nach einer sechsjährigen Grundschule folgt die Sekundarstufe I, die bis zum 15. Lebensjahr dauert. Die zweijährige Sekundarstufe II besuchen anschließend drei Viertel aller Jugendlichen. Die wichtigsten höheren Bildungseinrichtungen sind die Universität Hongkong (gegründet 1911), die chinesische Universität von Hongkong (gegründet 1963) und die Technische Hochschule Hongkong (gegründet 1972).
| 2. | Kultureinrichtungen |
In Hongkong gibt es 25 öffentliche Bibliotheken sowie zahlreiche Institutsbibliotheken. Ferner gibt es mehrere Museen in den Bereichen Kunst und Wissenschaft.
| 3. | Medien |
Die staatliche Rundfunkgesellschaft Radio Television Hong Kong überträgt sieben verschiedene Programme in Chinesisch und Englisch; außerdem gibt es mehrere kommerzielle Sender wie die Satellitenfunkgesellschaft Star TV. In Hongkong gibt es über 60 Zeitungen.
| 5. | Verwaltung und Politik |
Hongkong wurde bis zum 30. Juni 1997 als Kronkolonie Großbritanniens von einem von der britischen Krone ernannten Gouverneur regiert. Diese britischen Strukturen blieben auch nach der am 1. Juli 1997 erfolgten Rückgabe an China teilweise erhalten.
An der Spitze der Verwaltung steht der Chief Executive. Oberstes legislatives Organ ist der 60-köpfige Legislativrat; seine Mitglieder werden je zur Hälfte direkt von der Hongkonger Bevölkerung und von Berufsständen gewählt (bei den Wahlen von 1998 waren nur 20, zwei Jahre später dann 24 Abgeordnete direkt gewählt worden). Außerdem entsendet Hongkong 36 Abgeordnete in den Volkskongress der Volksrepublik China.
Nach der Einführung direkter Wahlen entstanden in Hongkong zahlreiche politische Parteien. Die erste Partei, die sich 1990 gebildet hatte, war die der Vereinigten Demokraten Hongkongs. Die Parteien, die der kommunistischen Regierung Chinas vor der Rückgabe am nächsten standen, waren die Demokratische Allianz zur Verbesserung Hongkongs und die Liberale Partei.
| 6. | Wirtschaft |
In der Nachkriegszeit ist Hongkong zu einem der weltweit bedeutendsten Zentren der Fertigungsindustrie, des Handels und des Finanzwesens geworden, indem es seine traditionelle Rolle als Umschlagplatz durch beträchtliche Investitionen in die Industrie ausgebaut hat. Hongkong dient auch als einer der Hauptkanäle für den Handel und die Kapitalanlage im festländischen China; außerdem hat sein wirtschaftliches Interesse am Festland zugenommen, da sich die dortige Wirtschaft zunehmend entwickelt. Hongkong verzeichnet seit vielen Jahren ein kontinuierliches Wirtschaftswachstum. Die Hongkonger Börse ist eine der wichtigsten der Welt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 189 799 Millionen US-Dollar (2006).
Das gesamte Arbeitskräftepotential Hongkongs liegt bei etwa 3,60 Millionen Personen (2006); 15 Prozent davon sind in der Industrie beschäftigt, der übrige Teil arbeitet vornehmlich im Dienstleistungssektor. In Hongkong gibt es zahlreiche Gewerkschaften mit mehr als 500 000 Mitgliedern, die zum größten Teil in der Hongkonger Konföderation der Gewerkschaften und dem Hongkonger Gewerkschaftsbund zusammengeschlossen sind.
| 1. | Landwirtschaft und Fischerei |
Lediglich 4,8 Prozent der Fläche – überwiegend in den New Territories – werden ackerbaulich genutzt (2005). Hauptanbauprodukte sind verschiedene Gemüse; aufgrund des günstigen Klimas sind mehrere Ernten pro Jahr möglich. Die Produktion reicht jedoch nicht zur Deckung des Eigenbedarfs. Der überwiegende Teil der Nahrungsmittel muss importiert werden; dies gilt vor allem für Reis, ein Grundnahrungsmittel der Bevölkerung von Hongkong. Die Fischerei ist ein bedeutender Erwerbszweig; 2005 wurden 166 094 Tonnen Fisch gefangen, von denen ein großer Teil exportiert wird.
| 2. | Industrie |
Rund 80 Prozent der im produzierenden Gewerbe angefertigten Waren werden exportiert. Die wichtigsten industriellen Erzeugnisse sind Textilien, Bekleidung, Schuhe, elektronische und elektrische Geräte, Präzisionsinstrumente, Uhren und Spielzeug.
| 3. | Außenhandel |
Hongkong ist vor allem als Hafenstadt von Bedeutung; in der Küstenregion zwischen Shanghai und Vietnam besitzt Hongkong die am besten ausgebauten Hafenanlagen. Im Hafen werden große Frachtmengen umgeschlagen. China nützt die gute Infrastruktur zur Belebung seiner Außenwirtschaft. Zu den Hauptimportgütern gehören Lebensmittel, Rohstoffe, Maschinen und Fahrzeuge, Telekommunikationsgeräte und chemische Erzeugnisse. Bedeutende Exportwaren sind Bekleidung, Textilien, Uhren, Spielwaren, Computer und elektronische Bauteile. Vom chinesischen Verwaltungsgebiet Hongkong aus wird umfangreicher Handel mit vielen Staaten Asiens, Nordamerikas und Europas betrieben.
| 4. | Verkehrswesen |
Aufgrund der überaus beengten räumlichen Verhältnisse und der dichten Besiedlung gibt es in Hongkong große verkehrstechnische Probleme. Hongkong hat eine der höchsten Fahrzeugdichten der Welt. Die ehemalige britische Kronkolonie ist durch Eisenbahnlinien mit anderen Teilen Chinas verbunden und besitzt ein U-Bahn-Netz von etwa 45 Kilometer Länge. Fähren und Luftkissenboote verbinden die einzelnen Teile Hongkongs miteinander. In der Nähe von Kowloon befindet sich der internationale Flughafen Kai Tak. Als dieser das hohe Flugaufkommen nicht mehr bewältigen konnte, wurde auf einer 21 Quadratkilometer großen künstlichen Insel der neue Flughafen Chek Lap Kok gebaut und 1998 eröffnet.
| 5. | Tourismus |
Der Fremdenverkehr ist für die Wirtschaft von großer Bedeutung. Hongkong wird jährlich von etwa sieben Millionen Touristen besucht. Die touristische Infrastruktur ist überall gut ausgebaut. Der Hafen von Hongkong wird als Ziel für Kreuzfahrten immer beliebter.
| 7. | Geschichte |
Im 17. Jahrhundert fanden in der Region um Hongkong die letzten Kämpfe zwischen der Ming-Dynastie und der Qing-Dynastie statt. Vor der Besetzung durch die Briten war Hongkong eine kleine Fischergemeinde und ein Unterschlupf für Piraten und Opiumschmuggler.
| 1. | Vorposten des britischen Weltreiches |
Großbritannien nutzte die Insel zuerst als Marinestützpunkt während des Opiumkrieges mit China. Durch den Frieden von Nanking (heute Nanjing), der 1842 den ersten Opiumkrieg beendete, wurde Hongkong an die Briten abgetreten und entwickelte sich zu einem strategisch wichtigen Hafen. Nach dem zweiten Konflikt erwarb Großbritannien im Jahr 1860 die Halbinsel Kowloon und die Stonecutters-Insel. 1898 pachteten die Briten die New Territories für den Zeitraum von 99 Jahren. Im Anschluss an die Gründung der Republik China 1912 wurde Hongkong zu einem Zufluchtsort für politisch Verfolgte. Als Folge der nationalistischen Strömungen in China war es englischen Schiffen im Zeitraum von 1925 bis 1927 verboten, südchinesische Häfen anzulaufen. Dies behinderte den Handel Hongkongs stark.
Als Japan 1932 die Mandschurei eroberte und 1937 ein offener Krieg ausbrach, wandte sich China bezüglich der Versorgung mit Rüstungsgütern an Großbritannien und andere europäische Länder. Daraufhin besserten sich die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern. Hunderttausende von Chinesen suchten 1937 Zuflucht in Hongkong. Währenddessen verstärkte Großbritannien die Verteidigungsanlagen.
Der Ausbruch des 2. Weltkrieges im September 1939 erschütterte die Wirtschaft Hongkongs, die bereits durch den japanisch-chinesischen Konflikt in Mitleidenschaft gezogen worden war. Am 8. Dezember 1941 bombardierten die Japaner Kowloon, und Bodenstreitkräfte bekämpften die britischen Truppen, die sich am 25. Dezember ergaben. Gegen Ende des Krieges griffen die Amerikaner die Japaner in Hongkong an und bewirkten die Kapitulation der Japaner am 14. August 1945.
| 2. | Hongkong nach dem 2. Weltkrieg |
Hongkong eroberte seine Stellung als ostasiatisches Handelszentrum rasch zurück. Während und nach dem chinesischen Bürgerkrieg von 1945 bis 1949 suchten Hunderttausende in Hongkong Zuflucht. 1950, während des Koreakrieges, verhängten die USA ein Handelsembargo über China, was sich ebenfalls sehr negativ auf die Entwicklung Hongkongs auswirkte. In den beiden darauf folgenden Jahrzehnten besserte sich die Situation stetig. Aufgrund des großen Potentials an Arbeitskräften und der liberalen Steuerpolitik wurde Hongkong zu einer der produktivsten Regionen Asiens. Die niedrigen Löhne führten bei den Arbeitern jedoch zu Unzufriedenheit. Im Sommer 1967 kam es, unterstützt von Anhängern der chinesischen Kulturrevolution, zu Demonstrationen und Krawallen. Daraufhin erarbeitete die Regierung Gesetze zur Regelung der Arbeitsbedingungen und intensivierte den öffentlichen Wohnungsbau. Bis 1970 hatte sich die Lage stabilisiert. Das Wirtschaftswachstum hielt an, Hongkong etablierte sich als einer der Tigerstaaten Asiens. Das Bruttoinlandsprodukt soll Schätzungen zufolge zwischen 1980 und 1991 jährlich um rund 7 Prozent zugenommen haben. Zu Beginn der achtziger Jahre drängten die so genannten „Boatpeople”, Flüchtlinge aus Vietnam, nach Hongkong und verschärften den Bevölkerungsdruck weiter.
| 3. | Rückgabe an China |
Da im Juli 1997 der Pachtvertrag Großbritanniens auslief, begannen 1982 Gespräche über die Zukunft Hongkongs. Im Dezember 1984 unterzeichneten Großbritannien und China einen ersten Vertrag über die Zukunft Hongkongs.
Die ersten Entwürfe des Hongkonger Grundgesetzes wurden 1988 veröffentlicht und als in Fragen der Demokratie nicht weit genug reichend kritisiert. Nach den Protesten auf dem Platz des Himmlischen Friedens im Mai/Juni 1989 und dem anschließenden Massaker wurden die Arbeiten an dem Grundgesetz zurückgestellt. Im Oktober 1989 legte der Gouverneur Pläne für die Errichtung eines neuen Flughafens auf der Insel Lantau vor. Das endgültige Grundgesetz, das vom Nationalen Volkskongress in Peking im April 1990 verabschiedet wurde, sah die Direktwahl einiger Abgeordneter des Legislativrates bereits vor 1997 vor. Im April 1990 konstituierten sich unter der Führung Martin Lees die liberalen Vereinigten Demokraten Hongkongs als erste politische Partei Hongkongs.
1991 verschlechterten sich die Beziehungen zwischen China und Großbritannien erneut. Grund waren Unstimmigkeiten über die Finanzierung des Flughafenprojekts. Bei den Wahlen vom September 1991 gewannen die Vereinigten Demokraten 17 der 18 zu vergebenden Sitze. Die Wahlbeteiligung war allerdings gering. Im Mai 1992 begann die Regierung, alle vietnamesischen Flüchtlinge, die als „Auswanderer aus wirtschaftlichen Gründen” klassifiziert worden waren, auszuweisen. Im Juli 1992 wurde Christopher Patten zum Gouverneur von Hongkong ernannt. Im Oktober legte er Pläne über den Ausbau der Demokratie durch die Erweiterung des Wahlrechts zum Legislativrat vor. China verurteilte dies und stellte die Gespräche über die Flughafenfinanzierung ein. Im Februar 1993 wurden die Reformvorschläge durch den Exekutivrat verabschiedet, die Vorlage beim Legislativrat wurde jedoch einstweilen zurückgestellt, um Verhandlungen mit China zu ermöglichen. Nach Verzögerungen wurden die Vorschläge 1994 verabschiedet. Das Wahlalter wurde nun auf 18 Jahre herabgesetzt; außerdem wurde u. a. die Wahl von Ratssitzen über direkt gewählte Ortsräte beschlossen. Im November 1994 kam es zu einer Einigung über die Finanzierung des Flughafens.
Seit der Rückgabe der Kronkolonie an China am 1. Juli 1997 ist die offizielle Bezeichnung für Hongkong „Sonderverwaltungsregion Hongkong der Volksrepublik China”. Hongkong soll für eine Dauer von mindestens 50 Jahren ein eigenes Rechts-, Gesellschafts- und Wirtschaftssystem beibehalten; China übernimmt die Verantwortung für auswärtige Angelegenheiten und die Verteidigung. Neuer Regierungschef Hongkongs wurde am 1. Juli 1997 der von China bestimmte Reeder Tung Chee-hwa. Teile der Bevölkerung sahen der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zukunft Hongkongs mit Sorge entgegen; die jährliche Auswanderungsrate lag zeitweise bei durchschnittlich 60 000 Personen.
Bei den Wahlen des Legislativrates im Mai 1998 setzten sich die prochinesischen Parteien durch. Von den 60 Abgeordneten wurde nur ein Drittel direkt vom Volk gewählt. 140 000 Vertreter von Berufsgenossenschaften bestimmten weitere 30 Parlamentsmitglieder, ein 800 Mitglieder zählendes Komitee die restlichen zehn Abgeordneten. Insgesamt waren rund 2,8 Millionen Wahlberechtigte zur Stimmabgabe aufgerufen.
Bei den Wahlen im Oktober 2000 konnte die oppositionelle Demokratische Partei 15 der nun 24 zur Direktwahl freigegebenen Mandate erringen. Die übrigen gingen an die prochinesische Demokratische Allianz des amtierenden Regierungschefs Tung Chee-hwa sowie an Kandidaten der Wirtschaft. 2002 wurde Tung Chee-hwa von einem Wahlmännergremium für eine weitere fünfjährige Amtszeit im Amt bestätigt. Die Wahlen im September 2004 gewannen erneut die prochinesischen Parteien und Kandidaten, die zusammen auf 34 der insgesamt 60 Mandate kamen; zwölf ihrer Abgeordneten wurden direkt vom Volk gewählt. Die restlichen 18 der nun insgesamt 30 für die Direktwahl zur Verfügung stehenden Mandate gewannen die oppositionellen demokratischen Kräfte; mit insgesamt 25 Sitzen blieben sie jedoch weit hinter ihren Erwartungen zurück.
Im März 2005 trat Tung Chee-hwa als Chef der Exekutive zurück, offiziell aus gesundheitlichen Gründen, tatsächlich aber wohl aufgrund wachsender Kritik an seiner Amtsführung sowohl in Hongkong selbst als auch seitens der chinesischen Regierung. Es war ihm nicht gelungen, die Verhältnisse in Hongkong stabil zu halten. Vielmehr hatte er mit seinem Unvermögen, den Auswirkungen der Asienkrise auf Hongkong wirksam zu begegnen oder angemessen auf die SARS-Epidemie zu reagieren, nicht nur Proteste gegen seine Regierung provoziert, sondern auch ein Anwachsen der demokratischen, antichinesischen Opposition. Und das wiederum lief den Erwartungen der chinesischen Regierung zuwider. Tung Chee-hwas Nachfolger wurde – zunächst kommissarisch, ab Juli 2005 formell – Donald Tsang, bisher Chefminister in der Hongkonger Regierung und Stellvertreter Tung Chee-hwas. Eine von Tsang initiierte Verfassungsreform, die etwa durch die Vergrößerung des Wahlkomitees für den Chef der Exekutive und durch die Erhöhung der Anzahl der direkt gewählten Abgeordneten die demokratischen Elemente etwas stärken sollte, scheiterte an der Ablehnung durch den Legislativrat: Die oppositionellen Demokraten stimmten gegen die Reform, da sie zu unverbindlich war und ihnen nicht weit genug ging. Im März 2007 wurde Tsang mit großer Mehrheit vom Wahlkomitee als Chef der Exekutive bestätigt.