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| 7. | Geschichte |
Im 17. Jahrhundert fanden in der Region um Hongkong die letzten Kämpfe zwischen der Ming-Dynastie und der Qing-Dynastie statt. Vor der Besetzung durch die Briten war Hongkong eine kleine Fischergemeinde und ein Unterschlupf für Piraten und Opiumschmuggler.
| 1. | Vorposten des britischen Weltreiches |
Großbritannien nutzte die Insel zuerst als Marinestützpunkt während des Opiumkrieges mit China. Durch den Frieden von Nanking (heute Nanjing), der 1842 den ersten Opiumkrieg beendete, wurde Hongkong an die Briten abgetreten und entwickelte sich zu einem strategisch wichtigen Hafen. Nach dem zweiten Konflikt erwarb Großbritannien im Jahr 1860 die Halbinsel Kowloon und die Stonecutters-Insel. 1898 pachteten die Briten die New Territories für den Zeitraum von 99 Jahren. Im Anschluss an die Gründung der Republik China 1912 wurde Hongkong zu einem Zufluchtsort für politisch Verfolgte. Als Folge der nationalistischen Strömungen in China war es englischen Schiffen im Zeitraum von 1925 bis 1927 verboten, südchinesische Häfen anzulaufen. Dies behinderte den Handel Hongkongs stark.
Als Japan 1932 die Mandschurei eroberte und 1937 ein offener Krieg ausbrach, wandte sich China bezüglich der Versorgung mit Rüstungsgütern an Großbritannien und andere europäische Länder. Daraufhin besserten sich die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern. Hunderttausende von Chinesen suchten 1937 Zuflucht in Hongkong. Währenddessen verstärkte Großbritannien die Verteidigungsanlagen.
Der Ausbruch des 2. Weltkrieges im September 1939 erschütterte die Wirtschaft Hongkongs, die bereits durch den japanisch-chinesischen Konflikt in Mitleidenschaft gezogen worden war. Am 8. Dezember 1941 bombardierten die Japaner Kowloon, und Bodenstreitkräfte bekämpften die britischen Truppen, die sich am 25. Dezember ergaben. Gegen Ende des Krieges griffen die Amerikaner die Japaner in Hongkong an und bewirkten die Kapitulation der Japaner am 14. August 1945.
| 2. | Hongkong nach dem 2. Weltkrieg |
Hongkong eroberte seine Stellung als ostasiatisches Handelszentrum rasch zurück. Während und nach dem chinesischen Bürgerkrieg von 1945 bis 1949 suchten Hunderttausende in Hongkong Zuflucht. 1950, während des Koreakrieges, verhängten die USA ein Handelsembargo über China, was sich ebenfalls sehr negativ auf die Entwicklung Hongkongs auswirkte. In den beiden darauf folgenden Jahrzehnten besserte sich die Situation stetig. Aufgrund des großen Potentials an Arbeitskräften und der liberalen Steuerpolitik wurde Hongkong zu einer der produktivsten Regionen Asiens. Die niedrigen Löhne führten bei den Arbeitern jedoch zu Unzufriedenheit. Im Sommer 1967 kam es, unterstützt von Anhängern der chinesischen Kulturrevolution, zu Demonstrationen und Krawallen. Daraufhin erarbeitete die Regierung Gesetze zur Regelung der Arbeitsbedingungen und intensivierte den öffentlichen Wohnungsbau. Bis 1970 hatte sich die Lage stabilisiert. Das Wirtschaftswachstum hielt an, Hongkong etablierte sich als einer der Tigerstaaten Asiens. Das Bruttoinlandsprodukt soll Schätzungen zufolge zwischen 1980 und 1991 jährlich um rund 7 Prozent zugenommen haben. Zu Beginn der achtziger Jahre drängten die so genannten „Boatpeople”, Flüchtlinge aus Vietnam, nach Hongkong und verschärften den Bevölkerungsdruck weiter.
| 3. | Rückgabe an China |
Da im Juli 1997 der Pachtvertrag Großbritanniens auslief, begannen 1982 Gespräche über die Zukunft Hongkongs. Im Dezember 1984 unterzeichneten Großbritannien und China einen ersten Vertrag über die Zukunft Hongkongs.
Die ersten Entwürfe des Hongkonger Grundgesetzes wurden 1988 veröffentlicht und als in Fragen der Demokratie nicht weit genug reichend kritisiert. Nach den Protesten auf dem Platz des Himmlischen Friedens im Mai/Juni 1989 und dem anschließenden Massaker wurden die Arbeiten an dem Grundgesetz zurückgestellt. Im Oktober 1989 legte der Gouverneur Pläne für die Errichtung eines neuen Flughafens auf der Insel Lantau vor. Das endgültige Grundgesetz, das vom Nationalen Volkskongress in Peking im April 1990 verabschiedet wurde, sah die Direktwahl einiger Abgeordneter des Legislativrates bereits vor 1997 vor. Im April 1990 konstituierten sich unter der Führung Martin Lees die liberalen Vereinigten Demokraten Hongkongs als erste politische Partei Hongkongs.
1991 verschlechterten sich die Beziehungen zwischen China und Großbritannien erneut. Grund waren Unstimmigkeiten über die Finanzierung des Flughafenprojekts. Bei den Wahlen vom September 1991 gewannen die Vereinigten Demokraten 17 der 18 zu vergebenden Sitze. Die Wahlbeteiligung war allerdings gering. Im Mai 1992 begann die Regierung, alle vietnamesischen Flüchtlinge, die als „Auswanderer aus wirtschaftlichen Gründen” klassifiziert worden waren, auszuweisen. Im Juli 1992 wurde Christopher Patten zum Gouverneur von Hongkong ernannt. Im Oktober legte er Pläne über den Ausbau der Demokratie durch die Erweiterung des Wahlrechts zum Legislativrat vor. China verurteilte dies und stellte die Gespräche über die Flughafenfinanzierung ein. Im Februar 1993 wurden die Reformvorschläge durch den Exekutivrat verabschiedet, die Vorlage beim Legislativrat wurde jedoch einstweilen zurückgestellt, um Verhandlungen mit China zu ermöglichen. Nach Verzögerungen wurden die Vorschläge 1994 verabschiedet. Das Wahlalter wurde nun auf 18 Jahre herabgesetzt; außerdem wurde u. a. die Wahl von Ratssitzen über direkt gewählte Ortsräte beschlossen. Im November 1994 kam es zu einer Einigung über die Finanzierung des Flughafens.
Seit der Rückgabe der Kronkolonie an China am 1. Juli 1997 ist die offizielle Bezeichnung für Hongkong „Sonderverwaltungsregion Hongkong der Volksrepublik China”. Hongkong soll für eine Dauer von mindestens 50 Jahren ein eigenes Rechts-, Gesellschafts- und Wirtschaftssystem beibehalten; China übernimmt die Verantwortung für auswärtige Angelegenheiten und die Verteidigung. Neuer Regierungschef Hongkongs wurde am 1. Juli 1997 der von China bestimmte Reeder Tung Chee-hwa. Teile der Bevölkerung sahen der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zukunft Hongkongs mit Sorge entgegen; die jährliche Auswanderungsrate lag zeitweise bei durchschnittlich 60 000 Personen.
Bei den Wahlen des Legislativrates im Mai 1998 setzten sich die prochinesischen Parteien durch. Von den 60 Abgeordneten wurde nur ein Drittel direkt vom Volk gewählt. 140 000 Vertreter von Berufsgenossenschaften bestimmten weitere 30 Parlamentsmitglieder, ein 800 Mitglieder zählendes Komitee die restlichen zehn Abgeordneten. Insgesamt waren rund 2,8 Millionen Wahlberechtigte zur Stimmabgabe aufgerufen.
Bei den Wahlen im Oktober 2000 konnte die oppositionelle Demokratische Partei 15 der nun 24 zur Direktwahl freigegebenen Mandate erringen. Die übrigen gingen an die prochinesische Demokratische Allianz des amtierenden Regierungschefs Tung Chee-hwa sowie an Kandidaten der Wirtschaft. 2002 wurde Tung Chee-hwa von einem Wahlmännergremium für eine weitere fünfjährige Amtszeit im Amt bestätigt. Die Wahlen im September 2004 gewannen erneut die prochinesischen Parteien und Kandidaten, die zusammen auf 34 der insgesamt 60 Mandate kamen; zwölf ihrer Abgeordneten wurden direkt vom Volk gewählt. Die restlichen 18 der nun insgesamt 30 für die Direktwahl zur Verfügung stehenden Mandate gewannen die oppositionellen demokratischen Kräfte; mit insgesamt 25 Sitzen blieben sie jedoch weit hinter ihren Erwartungen zurück.
Im März 2005 trat Tung Chee-hwa als Chef der Exekutive zurück, offiziell aus gesundheitlichen Gründen, tatsächlich aber wohl aufgrund wachsender Kritik an seiner Amtsführung sowohl in Hongkong selbst als auch seitens der chinesischen Regierung. Es war ihm nicht gelungen, die Verhältnisse in Hongkong stabil zu halten. Vielmehr hatte er mit seinem Unvermögen, den Auswirkungen der Asienkrise auf Hongkong wirksam zu begegnen oder angemessen auf die SARS-Epidemie zu reagieren, nicht nur Proteste gegen seine Regierung provoziert, sondern auch ein Anwachsen der demokratischen, antichinesischen Opposition. Und das wiederum lief den Erwartungen der chinesischen Regierung zuwider. Tung Chee-hwas Nachfolger wurde – zunächst kommissarisch, ab Juli 2005 formell – Donald Tsang, bisher Chefminister in der Hongkonger Regierung und Stellvertreter Tung Chee-hwas. Eine von Tsang initiierte Verfassungsreform, die etwa durch die Vergrößerung des Wahlkomitees für den Chef der Exekutive und durch die Erhöhung der Anzahl der direkt gewählten Abgeordneten die demokratischen Elemente etwas stärken sollte, scheiterte an der Ablehnung durch den Legislativrat: Die oppositionellen Demokraten stimmten gegen die Reform, da sie zu unverbindlich war und ihnen nicht weit genug ging. Im März 2007 wurde Tsang mit großer Mehrheit vom Wahlkomitee als Chef der Exekutive bestätigt.