| Byzantinisches Reich | Artikelansicht | ||||
| Klicken Sie im Menü Datei auf Drucken, um die Informationen zu drucken. | |||||
| 4. | Wiedererstarken |
Im Laufe des 8. Jahrhunderts vertiefte sich die Kluft zwischen Byzanz und dem römischen Papsttum, u. a. wegen der Frage nach dem päpstlichen Primat über den Patriarchen von Konstantinopel. Die machtpolitische Annäherung des Papsttums an das Frankenreich und die Kaiserkrönung Karls des Großen 800 verschärften den Gegensatz zwischen Byzanz, das sich als einzig legitimer Rechtsnachfolger des Römischen Reiches betrachtete, und dem Westen. Zu Beginn des 9. Jahrhunderts hatte sich das Byzantinische Reich wieder soweit erholt, dass es die Angriffe der Araber und der Bulgaren auf den Kern des Reiches zumindest abwehren konnte. Unter der Makedonischen Dynastie, die 867 von Kaiser Basileios I. begründet worden war und die bis 1059 bestand, erreichte das Byzantinische Reich den Höhepunkt seiner Macht.
In den sechziger Jahren des 10. Jahrhunderts konnte das Byzantinische Reich Kreta, Zypern und den Osten Kleinasiens zurückerobern und bis nach Jerusalem vordringen. In den siebziger Jahren wurde Bulgarien besetzt. Doch erst Kaiser Basileios II. (991-1014) gelang es, Bulgarien endgültig zu unterwerfen und in sein Reich einzugliedern; außerdem annektierte er Armenien.
Ab etwa der Mitte des 11. Jahrhunderts drangen die Seldschuken in Kleinasien ein und errangen 1071 bei Manzikert einen entscheidenden Sieg über die Byzantiner. Zugleich verlor Byzanz mit Bari seine letzte Bastion in Italien und damit die Verbindung zum Westen; mit dem Morgenländischen Schisma war es bereits 1054 zum Bruch zwischen der römischen und der griechischen Kirche gekommen.