Albanien
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Albanien
2. Physische Geographie

Albanien wird von Gebirgen dominiert, deren Gipfel überwiegend zwischen 2 100 und 2 400 Meter hoch sind. Insgesamt sind rund zwei Drittel des Landes gebirgig. Die felsigen Nordalbanischen Alpen bilden das südliche Ende des Dinarischen Gebirges. Hier erhebt sich der Korab, mit 2 764 Metern der höchste Berg Albaniens. In den zentralen und südlichen Teilen des Landes werden die Gebirge von Hochplateaus und Becken unterbrochen. Nördlich der Stadt Vlorë erstreckt sich entlang der Küste am Adriatischen Meer ein relativ breites Küstentiefland. Der Küstenstreifen ist fruchtbar, an vielen Stellen aber sumpfig. In einigen Buchten sind lang gestreckte Lagunen entwickelt.

1. Flüsse und Seen

Die meisten Flüsse Albaniens entspringen in den Gebirgen im Osten des Landes und münden in die Adria. Die größten Flüsse (Drin, Seman, Vjosë) bilden breite Täler. Albaniens größte Seen dehnen sich über die Landesgrenzen aus; die drei bedeutendsten sind der Skutarisee im Nordwesten sowie der Ohrid- und der Prespasee im Osten. Während durch den Skutarisee die Grenze zu Montenegro verläuft, greift der Ohridsee auf mazedonisches Staatsgebiet über. Der Prespasee befindet sich am Dreiländereck zwischen Albanien, der Ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedonien und Griechenland.

2. Klima

In der Küstenregion an der Adria herrscht mediterranes Klima mit milden, regenreichen Wintern und heißen, trockenen Sommern. Das Landesinnere wird durch kontinentales Klima mit großen Temperaturunterschieden im Jahresverlauf geprägt. Der mittlere Jahresniederschlag liegt an der Küste bei circa 1 000 Millimetern, in den nördlichen Gebirgsgegenden werden bis zu 2 500 Millimeter erreicht. Im Sommer fällt in allen Teilen des Landes nur geringer Niederschlag. In der Hauptstadt Tirana betragen die mittleren Temperaturen im Januar 8 °C und im Juli 25 °C; der mittlere Jahresniederschlag liegt bei rund 1 300 Millimetern.

3. Flora und Fauna

An der Küste ist die typische mediterrane Vegetation mit Hartlaubgewächsen als dominierenden Pflanzen verbreitet sowie mit Macchie im Hügelland. 27,6 Prozent des Landes sind von Wäldern bedeckt (2005), dichte Bestände mit immergrünen Eichen, Buchen und Kiefern gibt es jedoch nur in höheren Gebirgsregionen. Der Verlust von Waldflächen stellte in der Vergangenheit in Albanien zwar ein ernst zu nehmendes Problem dar, doch seit 1990 hat die Entwaldung nahezu einen Stillstand erreicht. Die früheren Waldverluste haben in Verbindung mit der Beweidung weiter Landstriche und wiederkehrenden Überschwemmungen maßgeblich zu einer so starken Erosion beigetragen, dass die Abtragung von Erdreich durch den natürlichen Prozess der Bodenentstehung nicht ausgeglichen werden kann.

In den schwer zugänglichen Bergregionen leben Raubtiere wie Braunbären, Wölfe, Goldschakale, Luchse und Wildkatzen, zu den Paarhufern gehören Rehe, Rothirsche und Wildschweine. Im Bereich der größeren Seen rasten zahlreiche Zugvögel, auffallende Großvögel sind Adler, Pelikane und Reiher. Die Reptilienfauna besteht aus Schlangen (Nattern, Vipern), Eidechsen, Schleichen, Geckos und Schildkröten. Lediglich etwa 1 Prozent der gesamten Landesfläche Albaniens sind als Schutzgebiete ausgewiesen.