Suchansicht Wsewolod Mejerchold

Wenn Sie nach einem bestimmten Wort, Namen bzw. Thema in diesem Artikel suchen möchten, wählen Sie in Ihrem Browser die entsprechende Option für Suche innerhalb der Seite. Im Internet Explorer finden Sie diese Option im Menü Bearbeiten.

Bei der Suche wird genau das Wort bzw. die Phrase berücksichtigt, das (die) Sie eingegeben haben. Sollte die Suche keine Ergebnisse zeitigen, versuchen Sie, nach einem Schlüsselwort in Ihrem Thema zu suchen bzw. die Schreibung des betreffenden Wortes oder Namens zu überprüfen.

Wsewolod Mejerchold

Wsewolod Mejerchold, eigentlich Karl Theodor Kasimir Meyerhold, (1874-1940), russischer Regisseur und Schauspieler deutscher Abstammung.

Mejerchold wurde am 9. Februar 1874 in Pensa (Russland) geboren. Zwischen 1898 und 1902 Mitglied des Moskauer Künstlertheaters von Konstantin Stanislawskij, rebellierte Mejerchold schon bald gegen dessen emotionalisierte Spielweise und entwickelte demgegenüber einen auf Abstraktheit und szenische Darstellung ausgerichteten Stil, den er mit seinem eigenen Ensemble zu realisieren suchte.

Von 1902 bis 1905 brachte Mejerchold vor allem Stücke des literarischen Impressionismus zur Aufführung, wobei er solche von Maurice Maeterlinck, Arthur Schnitzler – aber auch Gerhart Hauptmann – bevorzugte. Nach 1914 experimentierte er mit improvisatorischen Techniken in der Tradition der Commedia dell’Arte und der Peking Oper in Sankt Petersburg.

Zur Zeit der Oktoberrevolution 1917 ergriff Mejerchold Partei für eine revolutionäre Bühne im Sinn des proletarischen Theaters. In Zusammenarbeit mit konstruktivistischen Künstlern (siehe Konstruktivismus) schuf er dynamisch-abstrakte Bühnenräume mit Gerüstbauten und beweglichen Zwischenwänden. Schauspieler wurden körperlichem und geistigem Training im Sinn der Biomechanik unterworfen. Durch diese Ausbildung perfekter Körperbeherrschung gelang Mejercholds Schauspielern eine präzis mechanische Darstellungsform mit großer Bühnenwirksamkeit.

In den zwanziger und dreißiger Jahren glänzte Mejerchold mit Agitproptheater. Neben Inszenierungen von Werken Wladimir Majakowskijs wurden vor allem seine gewagten Neuinterpretationen von russischen Klassikern, darunter Der Revisor von Nikolaj Gogol, bekannt. Auch realisierte Mejerchold Massenschauspiele mit bis zu 15 000 Akteuren und 100 000 Zuschauern (Die Erstürmung des Winterpalais). Nachdem ab 1932 der sozialistische Realismus zur doktrinären Staatskunst wurde, blieb für die als formalistisch gebrandmarkten avantgardistischen Versuche Mejercholds im russischen Kunstbetrieb kein Platz. 1936 verlor er sein Theater, das er seit 1920 geleitet hatte und das seit 1923 seinen Namen trug. Drei Jahre später wurde Mejerchold verhaftet. Er starb am 2. Februar 1940 in Moskau.

Siehe auch Drama; Theater