Textilindustrie
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Textilindustrie
3. Industrialisierung

Das erste maschinelle Hilfsmittel bei der Herstellung von Textilien war das Spinnrad, dessen Vorläufer bereits in der Frühgeschichte im Orient verwendet wurden. Die Grundlage für die industrielle Spinnerei war das Flügelspinnrad. Entwürfe hierfür aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts sind bekannt von dem Braunschweiger Steinmetz Jürgen und Leonardo da Vinci, dessen Modell aber zunächst in Vergessenheit geriet. Bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts wurden Textilien mit relativ einfachen Geräten hergestellt. Danach begann mit der Umstellung von der Handspinnerei zur Maschinenspinnerei eine umwälzende Epoche, die von England aus ihren Weg auf den Kontinent nahm. Gefördert wurde diese Entwicklung mit der wachsenden Verbreitung der Baumwolle in Europa, die sich im Gegensatz zu der langfaserigen Wolle auf den alten Handgeräten nur schwer verarbeiten ließ. Die ersten Patente für Maschinen zum Spinnen und Weben wurden Mitte des 18. Jahrhunderts in England erteilt. Die bekannteste ist die von James Hargraves im Jahr 1767 gebaute Spinnmaschine, die er nach seiner Tochter Jenny nannte, deren Arbeitsprinzip bis heute in der Streichgarnspinnerei verwendet wird. Als Erfinder der mechanischen Webstühle gilt der Engländer Dr. Edmund Cartwright, der 1785 sein erstes Patent hierfür anmeldete. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts fanden die Textilmaschinen eine weite Verbreitung auch in den übrigen europäischen Ländern. Ihre Einführung war mit erheblichen Unruhen verbunden, weil viele Heimarbeiter um ihren Arbeitsplatz fürchteten. Dennoch war die fortschreitende Mechanisierung der Textilfertigung nicht aufzuhalten (siehe Webmaschine).