Gibraltar
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Gibraltar
4. Geschichte

Der Felsen von Gibraltar und der Berg Abyle, der in Ceuta liegt, bildeten in der Antike die Säulen des Herkules. Der Felsen von Gibraltar wurde nach dem muslimischen General Tarik Ibn Sijad, der 711 in Spanien eingedrungen ist, Dschabal Al Tarik („Berg des Tarik”) genannt. 1309 wurde Gibraltar von den Kastiliern erobert. Die Mauren eroberten das Gebiet 1333 zurück und herrschten bis 1462. Dann verloren sie es wieder an die Spanier. Am 24. Juli 1704, während des Spanischen Erbfolgekrieges, wurde Gibraltar durch vereinte englische und holländische Truppen erobert. Der englische Kommandeur nahm im Namen von Königin Anne Gibraltar in Besitz. Neun Jahre später wurde diese Landnahme durch den Frieden von Utrecht formell bekräftigt.

Die Spanier unternahmen allerdings immer wieder Versuche, Gibraltar zu erobern. So blockierten sie Gibraltar von 1779 bis 1783. Am 14. September 1782 konnten die Briten den Belagerungsring aus französischen und spanischen Schiffen durchbrechen. Im Februar 1783 beendete schließlich die Unterzeichnung eines vorläufigen Friedensvertrages die Belagerung. Im Jahr 1830 wurde Gibraltar eine britische Kronkolonie.

Während des 1. Weltkrieges diente der Felsen den alliierten Marineverbänden als Stützpunkt: u. a. wurde hier Kohle für die Fahrt zu den Kriegsschauplätzen im östlichen Mittelmeer geladen. Während des Spanischen Bürgerkrieges (1936-1939) flüchteten viele Spanier nach Gibraltar.

Als Großbritannien 1964 Gibraltar bei inneren Angelegenheiten weitgehende Autonomie zugestand, behauptete Spanien, dass ihm nach den Bedingungen des Friedens von Utrecht die Verwaltungshoheit über Gibraltar zustehe. Die Beziehungen zwischen Briten und Spaniern verschlechterten sich und schließlich isolierte Spanien Gibraltar wirtschaftlich. Am 10. September 1967 sprachen sich die Einwohner Gibraltars in einem Volksentscheid mit überwältigender Mehrheit für einen Verbleib unter britischer Herrschaft aus. Spanien verfolgte jedoch weiterhin seinen Anspruch. 1969 schloss es seine Grenze für Spanier, die in Gibraltar arbeiteten.

Gegen Ende der siebziger Jahre trat eine Entspannung ein. 1980 wurde eine grundsätzliche Vereinbarung über die Öffnung der Grenzen erreicht. Die Bemühungen wurden jedoch zurückgeworfen, als der Prinz und die Prinzessin von Wales 1981 den Felsen von Gibraltar als erste Station ihrer Hochzeitsreise auswählten. 1982 konnten sich die beiden Länder schließlich einigen, so dass im Februar 1985 zum ersten Mal nach 16 Jahren die Grenze zum spanischen Festland wieder ganz geöffnet werden konnte.

Im Juli 1998 legten Spanien und Großbritannien ihren Streit um die militärische Nutzung von Gibraltar bei. Spanien wird sich künftig der Nutzung der militärischen Einrichtungen in Gibraltar für Einsätze oder Übungen der NATO nicht mehr widersetzen. Im Juli 2002 erklärte sich die britische Regierung unter bestimmten Umständen bereit, den Status Gibraltars in den einer NATO-Anlage zu ändern. Diese Aufwertung würde dem NATO-Mitglied Spanien den Zugang zu Gibraltar ermöglichen.

Bei einem am 7. November 2002 abgehaltenen Referendum sprach sich die Bevölkerung von Gibraltar mit großer Mehrheit gegen die Abtretung von Hoheitsrechten an Spanien aus. Spanien und Großbritannien, die eine Übereinkunft über den künftigen Status der Kronkolonie anstreben, hatten die Abstimmung bereits im Vorfeld für irrelevant erklärt.