Ptolemäus
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Ptolemäus
2. Die Almagest

Ptolemäus’ frühestes und bedeutendstes Werk, das ursprünglich in Griechisch verfasst war, wurde als al-Majisti ins Arabische übersetzt. In Europa gaben dann mittelalterliche lateinische Übersetzungen den Titel als Almagesti wieder; seitdem wird das Werk einfach als Almagest betitelt. Ptolemäus stellte darin in einem geometrischen Modell seine Theorie vor, die die sichtbaren Bewegungen und Positionen der Planeten und die von Sonne und Mond vor dem Hintergrund unbeweglicher Sterne mathematisch erklärt. Das Werk enthält keinerlei physikalische Beschreibung der Objekte im Weltraum.

Ptolemäus vertrat die damals allgemein gültige Theorie, dass die Erde der Mittelpunkt des Universums ist (geozentrisches Weltsystem). Ptolemäus glaubte, dass sich Planeten, Sonne und Mond auf kleinen Kreisbahnen bewegen, deren Mittelpunkte aber auf viel größeren Bahnen um die Erde kreisen. Dieses System deckte sich mit den meisten Beobachtungen der Astronomen.

Ptolemäus verwendete für die kleinen Kreisbahnen, auf denen sich nach seiner Annahme die Objekte im Weltall bewegen, den Begriff Epizykel. Um seine Theorie glaubhaft zu machen, musste er aber Abweichungen von der traditionellen Mathematik in Kauf nehmen. Diese Unstimmigkeit war einer der Gründe, weshalb der polnische Astronom Nikolaus Kopernikus das ptolemäische System im 16. Jahrhundert ablehnte. Stattdessen entwickelte er eine heliozentrische Theorie, in der richtigerweise die Sonne im Mittelpunkt des Sonnensystems steht (siehe kopernikanisches System).