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Thomas Malthus (1766-1834), britischer Nationalökonom, Geistlicher und Demograph.
Malthus wurde am 17. Februar 1766 in Rookery bei Dorking (Surrey) geboren. Er studierte am Jesus College der Universität Cambridge und wurde 1798 für kurze Zeit Vikar der Gemeinde Albury in der Grafschaft Surrey. Von 1805 bis zu seinem Tod war er Professor für politische Ökonomie und moderne Geschichte am College der Ostindischen Kompanie in Haileybury (bei Hertford).
Der wichtigste Beitrag Malthus’ auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften war seine von der herrschenden Lehre völlig abweichende, pessimistische Bevölkerungstheorie, die er in seiner Streitschrift An essay on the principle of population (1798; Versuch über das Bevölkerungsgesetz) veröffentlichte. Nach dieser Theorie tendiert die Bevölkerung dazu, schneller zu wachsen als das Nahrungsangebot, das für ihre Ernährung benötigt wird. Wann immer in der Nahrungsmittelproduktion ein Vorsprung im Verhältnis zum Bevölkerungswachstum erzielt wird, hat dies einen noch schnelleren Anstieg des Bevölkerungswachstums zur Folge. Wenn jedoch die Bevölkerung im Verhältnis zur Nahrungsmittelproduktion zu schnell wächst, wird dieses übermäßige Wachstum durch Hungersnöte, Krankheiten und Kriege korrigiert. Malthus’ Theorie widersprach der im 19. Jahrhundert üblichen optimistischen Vorstellung, dass die Fruchtbarkeit einer Gesellschaft zu wirtschaftlichem Fortschritt führen würde. Sie gewann eine beachtliche Zahl von Anhängern und wurde oft als Argument gegen die Bestrebungen derer angeführt, die die Situation der Armen zu verbessern suchten.
Die Schriften Malthus’ waren Grundlage und Motivation der ersten systematischen demographischen Untersuchungen. Sie beeinflussten auch zahlreiche Wirtschaftswissenschaftler der nachfolgenden Generation, insbesondere David Ricardo, dessen Eisernes Lohngesetz und dessen Theorie über die Verteilung des Wohlstands einige Elemente von Malthus’ Theorie enthalten. Zu Malthus’ übrigen Werken zählen u. a. Observations on the effects of the corn laws (1814; erschienen in deutscher Übersetzung gemeinsam mit zwei weiteren Werken unter dem Titel Drei Schriften über Getreidezölle, 1815) und Principles of political economy (1820; Grundsätze der politischen Ökonomie). Malthus starb am 23. Dezember 1834 in St. Catherine bei Bath (Somerset).