| Suchansicht | Alexander von Humboldt | Artikelansicht |
| 1. | Einleitung |
Alexander von Humboldt (1769-1859), deutscher Forschungsreisender und Naturforscher, dessen südamerikanische Reise bahnbrechend für die wissenschaftliche Erkundung des Kontinents war. Er prägte die geographisch-naturwissenschaftliche Forschung in Deutschland über mehrere Jahrzehnte. Sein Hauptwerk, der Kosmos, galt lange Zeit als Standardwerk in den Naturwissenschaften.
| 2. | Vom Bergmann zum Forschungsreisenden |
Alexander von Humboldt, der jüngere Bruder von Wilhelm Freiherr von Humboldt, wurde am 14. September 1769 in Berlin geboren. Schon in seiner Jugend beschäftigte er sich intensiv mit Pflanzenkunde. Eine erste Reise führte ihn 1790 zusammen mit dem Schriftsteller, Naturforscher und späteren Revolutionär Georg Forster in die Niederlande, nach England und Frankreich.
1791 begann Humboldt das Studium der Erd- und Montanwissenschaften an der Bergakademie in Freiberg (Sachsen), Anfang 1793 übernahm er die Leitung des Bergbaus in den damals preußischen Fürstentümern Ansbach und Bayreuth. Naturkundliche Reisen führten ihn nach Böhmen, nach Oberitalien und in die Alpen; bald reifte in ihm der Wunsch nach Erkundung fernerer Ziele.
| 3. | Reise nach Südamerika |
1796 erbte Humboldt durch den Tod seiner Mutter ein beträchtliches Vermögen. Nachdem er vom spanischen Königshof die Erlaubnis zu einem Forschungsaufenthalt in den spanischen Kolonien in Südamerika erhalten hatte, machte er sich am 5. Juni 1799 zusammen mit dem französischen Naturforscher Aimé Bonpland (1773-1858) im nordspanischen Hafen La Coruña auf die Reise.
Nach 41 Tagen erreichten sie Venezuela. In den folgenden knapp fünf Jahren bereisten die beiden Forscher Kolumbien, Ecuador, Mexiko und Kuba. Sie beschrieben die politischen Verhältnisse dieser Länder und erforschten die Gebirge, sammelten Pflanzen und Gesteine, erhoben Klimadaten, zeichneten Karten und führten astronomische und geodätische Messungen durch. Umfangreiche Sammlungen gelangten später an verschiedene europäische Museen, darunter auch etwa 60 000 Pflanzen, von denen rund 3 600 in Europa zuvor unbekannt waren.
Eine der bemerkenswertesten Entdeckungen war die Bifurkation des Orinoco, der gabelförmigen Teilung des Flusses im Oberlauf, über die er mit dem Flusssystem des Amazonas verbunden ist. Auf dieser Expedition lernte Humboldt auch das Pfeilgift Curare kennen, das er in Europa bekannt machte. In der Umgegend von Quito, der Hauptstadt Ecuadors, erforschte Humboldt einige Vulkane. Am 23. Juni 1802 versuchte er, den Chimborazo (mit 6 310Metern der höchste Berg Ecuadors) zu besteigen. Er musste in einer Höhe von etwa 5 800 Metern umkehren, hatte aber damit die größte Höhe erreicht, in die bis dahin ein Naturforscher gelangt war.
| 4. | Der Kosmos |
Im April 1804 verließ Humboldt Südamerika. Die folgenden zwanzig Jahre verbrachte er in Paris, wo er sich mit dem Verfassen und der Herausgabe seines 30 Bände umfassenden Reisewerkes beschäftigte. Inzwischen hatten seine Unternehmungen sein Vermögen aufgezehrt. 1827 kehrte er deshalb nach Berlin zurück, wo er als Kammerherr in den Dienst des preußischen Königs trat. In Berlin förderte Humboldt zahlreiche junge Naturforscher und initiierte neue Forschungsreisen in alle Teile der Welt. Er selbst unternahm nur noch eine größere Reise, die ihn 1829 gemeinsam mit dem Mineralogen Gustav Rose (1798-1873) und dem Biologen Christian Gottfried Ehrenberg (1795-1876) nach Russland und Sibirien führte.
Ein Anliegen Humboldts war auch die Volksbildung. Im Winter 1827/28 hielt er in Berlin öffentliche Vorlesungen über physikalische Geographie, aus denen sein bekanntestes Werk, der Kosmos, hervorging. Das fünfbändige Werk erschien 1862. Dieser „Entwurf einer physischen Weltbeschreibung” war eine zusammenfassende Darstellung der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse seiner Zeit. Humboldt starb am 6. Mai 1859 in Berlin.